Asiatischer Aktienhandel
Japans Wirtschaftsdaten sorgen für Unsicherheit

Japans Regierung hat zu Wochenbeginn mitgeteilt, dass sich das Land in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit befindet, die Wirtschaft schrumpfte zwischen Oktober und Dezember so stark wie seit rund 35 Jahren nicht. Die asiatischen Börsen zeigten sich daraufhin verunsichert und notierten bei dünnen Handelsumsätzen mehrheitlich schwächer.

HB TOKIO. Während die Kurse am Montag angesichts neuer Wirtschaftsdaten aus Japan und der Unsicherheit über die Zukunft der US-Autoindustrie vielerorts gedrückt wurden, sorgte gleichzeitig die am Freitag erfolgte Verabschiedung des 787 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpakets im US-Senat für etwas Erleichterung. Die Börse in Tokio hat am Montag uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab leicht um 0,37 Prozent auf 7 750 Punkte nach. Der breit gefasste Topix legte indes um 0,72 Prozent auf 770 Punkte zu.

Die Regierung hatte vor Handelsbeginn mitgeteilt, dass Japans Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember so stark geschrumpft ist wie seit rund 35 Jahren nicht. Japan stecke in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, hieß es. Vor diesem Hintergrund hoffen die Investoren laut Händlern, dass die Regierung weitere Ankurbelungsmaßnahmen ergreifen wird, um sich gegen die verschärfte Rezession zu stemmen.

Am Devisenmarkt tendierte der Dollar zum Mittag fester bei 91,55-60 Yen nach 91,17-20 Yen am späten Freitag. Der Euro lag leichter bei 1,2769-74 Dollar nach 1,2930-33 Dollar am späten Freitag. Zum Yen tendierte er bei 116,93-98 Yen nach 117,91-95 Yen am späten Freitag.

Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur verzeichneten Verluste, während der chinesische Leitindex fester notierte.

Mit den schlechten japanischen BIP-Daten sei weitgehend gerechnet worden, erläuterten Händler. "Die Daten waren zwar ein bisschen schlechter als erwartet, aber alle wussten, dass es schlimm wird", sagte Nafayuki Yamagishi, Stratege bei Mitsubishi UFJ Securities. In Tokio schienen viele Anleger zudem die für Dienstag angesetzte Abgabe von Restrukturierungsplänen der angeschlagenen US-Autobauer General Motors und Chrysler abwarten zu wollen. Die Opel-Mutter GM und der Konkurrent Chrysler müssen dem US-Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkredite abzulegen.

Investoren griffen zu weniger konjunkturabhängigen Werten wie dem Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo. Die Papiere legten 3,6 Prozent zu. Die Anteilscheine von Japans zweitgrößtem Papierhersteller Nippon Paper Group gewannen 1,2 Prozent, nachdem die Firma mitteilte, an dem australischen Konkurrenten Australian Paper interessiert zu sein. Die Papiere von Exportfirmen wie Canon belastete jedoch der steigende Yen. Die Anteilscheine des Kameraherstellers verloren 1,2 Prozent.

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