Asiatischer Aktinehandel
Deutliche Kursverluste an Asiens Börsen

Neue Sorgen über die weltweiten Auswirkungen der Kreditkrise in den USA haben die asiatischen Aktienmärkten am Mittwoch kräftig ins Minus gedrückt. Die Anleger trennten sich abermals vor allem von den ohnehin schon gebeutelten Finanzwerten.

HB TOKIO. Der Euro fiel in Fernost auf ein Sechs-Wochen-Tief zum Dollar. In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 2,2 Prozent schwächer bei 16 475 Punkten und markierte damit den niedrigsten Schlussstand seit Anfang Dezember. Der breiter gefasste Topix-Index fiel gut 2,6 Prozent auf 1 594 Stellen. Auch die Börsen in Taiwan, Singapur, Hongkong und Südkorea folgten den negativen US-Vorgaben.

„Technisch hat der Markt die Talsohle erreicht, aber die Kreditsorgen scheinen tiefer verwurzelt zu sein als zunächst angenommen, und sie haben sich noch nicht zerstreut“, sagte Analyst Katsuhiko Kodama von Toyo Securities mit Blick auf die Entwicklung in Japan. Die jüngsten Positionsbereinigungen von Hedge Fonds schienen wohl vorbei zu sein. Dennoch müsse erst der US-Markt zur Ruhe kommen, ehe die Tokioter Börse zur Normalität zurückkehren könne.

Der Finanzsektor wurde erneut von schlechten Nachrichten aus den USA getroffen. Der Geldmarktfondsmanager Sentinel Management Group, der ein Vermögen von 1,6 Milliarden Dollar verwaltet, versuchte Anleger vom Abziehen ihrer Anteile abzuhalten, um nicht in Liquiditätsengpässe zu kommen. Einem Medienbericht zufolge bat Sentinel die US-Aufsichtsbehörde CFTC darum, Rückzahlungen an Anleger aufzuschieben, bis sie wieder ordnungsgemäß abgewickelt werden könnten. In Tokio gaben daraufhin erneut Bankwerte nach. Die Aktien von Mitsubishi UFJ brachen mehr als fünf Prozent ein.

Auch Exportwerte zählten zu den Verlierern. Experten machten dafür die Gewinnwarnung des US-Einzelhandelgiganten Wal-Mart verantwortlich. Die gesenkte Prognose habe Sorgen geweckt, die US-Verbraucher könnten weniger Geld ausgeben - was am Ende auch die japanischen Exportwerte treffen würde, betonte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Securities. Die Papiere des Elektronikkonzerns Sony verloren etwa 2,7 Prozent, die des Autobauers Toyota notierten knapp drei Prozent tiefer.

Auch die Wall Street hatte am Dienstag Verluste verzeichnet: Der Leitindex Dow Jones gab 1,57 Prozent nach auf 13 028 Punkte, der breiter gefasste S&P-500-Index 1,81 Prozent auf 1 426 Zähler und der Technologie-Index Nasdaq 1,7 Prozent auf 2 499 Stellen.

Der Euro sank auf 1,3488 Dollar von 1,3533 Dollar im späten US-Handel und markierte damit seinen niedrigsten Stand seit mindestens Ende Juni. Am Markt wurde auf Spekulationen verwiesen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im kommenden Monat womöglich doch nicht anheben werde, da die US-Hypothekenkrise inzwischen auch europäische Geldhäuser erfasst hat. Zur japanischen Währung rutschte der Euro auf 157,48 Yen ab. Der Dollar lag bei 116,75 Yen.

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