Asien-Börsen
Der starke Yen drückt weiter auf die Stimmmung

Die Angst vor einer Zinserhöhung in China hat am Dienstag für Kursverluste an der Tokioter Börse gesorgt. Der japanische Nikkei-Leitindex schloss auch wegen eines stärkeren Yens leicht im Minus. Nach dem Bericht einer amtlichen chinesischen Zeitung ist eine Zinserhöhung in den kommenden Tagen wegen der Inflation in der Volksrepublik wahrscheinlich. Die Notenbank hatte im Oktober zum ersten Mal seit 2007 die Zinsen angehoben.
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HB TOKIO/HONGKONG. Der Abwärtstrend vom Wochenauftakt setzt sich an der japanischen Börse nahtlos fort: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss hute 0,3 Prozent niedriger bei 10.141 Punkten. Der breiter gefasste Topix sank ebenfalls um knapp 0,3 Prozent auf 879 Punkte. Der Index der Börse in Shanghai gab nach dem Bericht zunächst nach, drehte am Morgen (MEZ) aber ins Plus und verzeichnete einen Gewinn von 0,8 Prozent. Die Börse in Singapur war fast unverändert, während es in Taiwan, Hongkong und Korea Gewinne gab.

Über eine wahrscheinliche Zinserhöhung berichtete am Dienstag die Zeitung „China Securities Journal“. Es gebe am kommenden Wochenende ein Fenster für eine Erhöhung, schrieb das Blatt. Quellen wurden nicht genannt. Die chinesischen Finanzmärkte verzeichnen seit einiger Zeit Verluste. Investoren rechnen mit höheren Zinsen und preisen dies bereits ein. Nach Einschätzung von Experten könnte eine wiederholte Anhebung der Zinsen auch zu Problemen führen. Damit würde ausländisches Kapital angelockt, sagte der Volkswirt Chen Kexin, der bei einem staatlich gestützten Marktbeobachter in Peking arbeitet. „Für die Inflation wäre das Öl ins Feuer.“

Wegen der Politik des billigen Geldes in den USA, der Eurozone oder Japan sind Investoren auf der Suche nach Anlagen in anderen Märkten wie Südkorea oder Brasilien. Diese Länder befürchten, dass der Geldzufluss ihre Währungen und damit heimische Produkte auf dem Weltmarkt verteuert.

In Japan waren nach Ansicht von Analysten auch Gewinnmitnahmen wegen eines erstarkten Yens für die Verluste verantwortlich. Eine Reuters-Umfrage ergab zudem, dass die Stimmung in der japanischen Industrie im Dezember gesunken ist.

"Die Stärke des Yen setzt den Nikkei unter Druck", sagte Analyst Hiroaki Kuramochi von Tokai Tokyo Securities. Die japanische Währung kletterte zum Dollar auf den höchsten Stand seit drei Wochen und tendierte bei 82,52 Yen.

Im Interesse der Anleger standen am Dienstag in Tokio die Aktien von Toshiba, die um 1,1 Prozent nachgaben. Die Zeitung „Nikkei“ hatte berichtet, der Elektronikhersteller wolle noch in diesem Monat Anleihen im Wert von 80 Milliarden Yen auflegen, um von den historisch niedrigen Zinsen zu profitieren.

Für die Papiere von Daikin ging es sogar 3,8 Prozent bergab. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Klimaanlagen verhandelt einem Bericht zufolge über den Kauf des US-Konkurrenten Goodman Global.

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