Asien-Börsen
Erdbeben beschleunigt Talfahrt des Nikkei

Ein starkes Erdbeben in Japan hat am Freitag die Kurse an der Tokioter Aktienbörse kräftig ins Minus gedrückt. In Singapur fielen Nikkei-Futures unter 10.000 Punkte.
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Tokio/HongkongEin schweres Erdbeben im Nordosten Japans hat die Börse in Tokio belastet.

Die Regierung sprach eine Tsunami-Warnung aus. Es sei zu befürchten, dass eine Flutwelle von etwa sechs Metern Höhe die Küste treffen werde, warnte die Meteorologische Behörde. In der Hauptstadt Tokio gerieten für mehrere Minuten Gebäude ins Wanken.Anwohner liefen in Panik auf die Straßen. Die US-Erdbebenwarte stuft das Beben mit einer Stärke von 8,8 ein. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, dass der Tokioter Flughafen Narita geschlossen wurde. Dem Sender NHK zufolge hat es im Norden Japans bei dem Beben viele Verletzte gegeben. Wie die japanische Wetterbehörde mitteilte, ereignete sich das Beben um 14:46 Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern, etwa 80 Kilometer vor der Ostküste.
Erst am Mittwoch war die Region von einem Erdstoß der Stärke 7,3 erschüttert worden. Japan liegt im pazifischen „Feuerring“ mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.

Nikkei-Index verdoppelt nach Beben Verluste
Das Beben im Nordosten des Landes ließ rund eine Viertelstunde vor Handelsschluss auch in Tokio die Häuser wanken. Der Betrieb an der Börse lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen des Bebens ihr Risiko reduzieren - als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung, die Landeswährung Yen gab nach. Auch vor dem Beben hatten bereits Sorgen über den hohen Ölpreis und dessen Folgen für die Weltkonjunktur die Kurse belastet.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 10.254 Punkten. In Singapur gehandelte Futures auf den Nikkei fielen allerdings nach dem Handelsschluss in Tokio unter 10.000 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 1,7 Prozent auf 915 Stellen nach.

Auch die anderen asiatischen Börsen notierten fast ausnahmslos deutlich schwächer - allein der Aktienmarkt in Shanghai hielt sich nahezu unverändert. Ansonsten fielen die Kurse im Schnitt um etwa ein Prozent. Hauptgrund waren unter anderem die schwachen Vorgaben von der Wall Street, die von den Sorgen über den Ölpreis verursacht worden waren.

Der Dow Jones war am Donnerstag unter die Marke von 12.000 Punkten gefallen. Zuletzt hatte der weltweit bekannteste Index am 24. Februar unter dieser psychologisch wichtigen Schwelle gelegen. Der Dow verlor 1,87 Prozent auf 11.984,61 Punkte, das war
der größte prozentuale Verlust seit August 2010.

dpa/rtr

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