Asien-Börsen
Gewinnmitnahmen in Tokio – Dollar unter Druck

Die Börse in Tokio hat am Dienstag in Folge von Gewinnmitnahmen schwächer tendiert. Halbwegs gute Nachrichten kamen aber von der Konjunkturfront. Außerdem sorgte der Börsen-Neuling Dai-ichi Life für Schlagzeilen.
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HB TOKIO/HONGKONG. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte im späten Handel ein Minus von 0,45 Prozent auf 10.309 Punkte. Der breit gefasste Topix büßte bis dahin um 0,43 Punkte oder 0,05 Prozent auf 904,25 Zähler ein. In Hongkong lag der Hang-Seng-Index 0,9 Prozent bei 22.625 Punkten im Minus.

Dai-ichi plant Expansion

Dai-ichi-Life-Aktien legten heute um rund ein Prozent zu. Der Hintergrund sind Expansionspläne, die an der Börse gut ankamen. Der zweitgrößte japanische Lebensversicherer will die australische Tower Gruppe einem Zeitungsbericht zufolge komplett schlucken. Das Unternehmen, das bereits knapp 30 Prozent der Aktien hält, wolle für die restlichen Anteile rund 100 Milliarden Yen (rund 1,21 Milliarden Dollar) bezahlen, berichtet die Wirtschaftszeitung „Nikkei“. Für Dai-ichi wäre es die erste große Akquisition seit dem Börsengang im April in Tokio.

Dai-ichi hatte Investoren eine Expansion nach Übersee in Aussicht gestellt. Wegen der fallenden Bevölkerung auf dem Heimatmarkt waren Sorgen um die Wachstumsperspektiven aufgekommen.

Euro gewinnt deutlich

Der Euro hat im fernöstlichen Handel deutlich zugelegt. Die Gemeinschaftswährung wurden höher gehandelt, nachdem um die Marke von 1,32 Dollar automatische Bestellungen ausgelöst wurden. Der Euro wurde mit 1,3224 Dollar bewertet. Zwischenzeitlich war er mit 1,3250 Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als einer Woche gestiegen. Nach Händler-Angaben versuchten Spekulanten offenbar den dünnen Handel zum Jahresende auszunutzen, um den Euro im Wert höher zu treiben.

Dagegen geriet der Dollar unter Verkaufsdruck und wurde gegenüber dem Yen auf dem schwächsten Stand seit drei Wochen gehandelt. Der Dollar wurde mit 82,61 Yen bewertet. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2651.

Japans Industrieproduktion gestiegen

Halbwegs gute Nachrichten kamen aber von der Konjunkturfront: Die Industrieproduktion in Japan ist erstmals seit einem halben Jahr wieder gestiegen. Wie die Regierung am Dienstag auf vorläufiger Basis bekanntgab, erhöhte sich die Produktionsleistung im November um saisonbereinigt 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht den durchschnittlichen Erwartungen von Ökonomen. Vor allem in den heimischen Autofabriken sind die Fließbänder dank der im In- und Ausland gestiegenen Nachfrage wieder stärker ausgelastet

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Der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ (Dienstagausgabe) zufolge dürften jedoch in diesem Jahr in Japan im zweiten Jahr in Folge weniger als 10 Millionen Autos von den Bändern rollen. Bis November seien nach vorläufigen Daten des Verbandes der Automobilbauer rund 8,7 Millionen Autos in den heimischen Fertigungsbetrieben produziert worden. Die von der Regierung befragten Unternehmen rechnen derweil branchenübergreifend für Dezember und Januar mit einem weiteren Anstieg der heimischen Produktion um 3,4 beziehungsweise 3,7 Prozent.

Trotz des Anziehens der Produktionsleistung bleibt das Wirtschaftsministerium bei seiner Einschätzung, dass sich die Produktion abgeschwächt hat. Schließlich sei die Produktion in den zurückliegenden fünf Monaten stetig gefallen. Derweil befindet sich die Wirtschaft des Landes weiter im Griff der Deflation. Die Verbraucherpreise sanken im November um 0,5 Prozent zum Vorjahr.

Damit dauert der Preisverfall seit 21 Monaten in Folge an. Die Arbeitslosenquote verharrte im selben Monat unverändert zum Vormonat bei 5,1 Prozent. Die Zahl der offiziell als arbeitslos erfassten Menschen belief sich auf 3,18 Millionen. Auf 100 Arbeitsuchende entfielen 57 offene Stellen. Im Vormonat waren es 56.

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