Asien-Börsen
Korea-Konflikt heizt Gewinnmitnahmen an

Die Eskalation des Korea-Konflikts und die Schuldenkrise in Europa haben die Tokioter Börse belastet. Nach der jüngsten Rally tendierten viele Marktteilnehmer nun zu Gewinnmitnahmen. Bei den Einzelwerten zählten vor allem die Banken zu den Verlierern.
  • 0

HB TOKIO/HONGKONG. Die Börsen in Fernost haben vor dem Hintergrund des Korea-Konflikts und der Schuldenkrise in Europa am Mittwoch uneinheitlich tendiert. In Tokio kam es nach der jüngsten Rally zudem zu Gewinnmitnahmen. Analysten erwarteten nur kurzfristige Auswirkungen durch die Spannungen in Korea, gleichzeitig zeigten sich viele Marktteilnehmer vorsichtig. Die Vorgaben aus New York waren deutlich negativ. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab um 0,8 Prozent auf 10.030 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index verringerte sich um ein Prozent auf 866 Zähler. „Investoren wollten nach der jüngsten Rally Gewinne verbuchen“, sagte Fumiyuki Takahashi von Barclays Capital Japan.

Der Nikkei hatte zum Wochenauftakt ein Fünf-Monats-Hoch erreicht. Im Minus lagen auch die Börsen in Taiwan und Südkorea. Dagegen legten der chinesische Leitindex und die Börse in Hongkong wieder zu, nachdem sie am Tag zuvor deutliche Verluste verbucht hatten. Auch die Börse in Singapur lag im Plus.

„Der Markt ist angesichts der zunehmenden Spannungen in Korea vorsichtig“, sagte Hiroaki Kuramochi von Tokai Tokyo Securities. Sorge bereite auch die Herabstufung von Irland durch die Ratingagentur Standard & Poor's.

Bei den Einzelwerten zählten in Tokio vor allem die Banken zu den Verlierern. So sanken die Aktien von Japans größtem Geldhaus Mizuho Financial um knapp zwei Prozent. Am Dienstag hatten europäische Bankentitel wegen der Irland-Sorgen kräftig nachgegeben.

In Asien hatte sich der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea verschärft, als der Norden eine südkoreanische Insel mit Dutzenden Artilleriegeschossen bombardierte. In Irland droht eine schwere Regierungskrise, die geplanten EU-Hilfszahlungen zu behindern. Das Säbelrasseln in Korea und die Euro-Schuldenkrise hatten zuvor bereits die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Alle drei großen US-Börsenindizes schlossen mehr als ein Prozent im Minus.

Trotz Schuldenkrise in der Eurozone hat sich der Euro am Mittwoch im fernöstlichen Handel leicht erholt. Die europäische Einheitswährung stieg auf 1,3416 Dollar von 1,3373 Dollar im späten US-Handel. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag gesagt, im Hinblick auf den Euro befinde man sich in einer außergewöhnlich ernsten Situation. Hintergrund der Diskussion ist das Rettungspaket für Irland von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds.

Zum Yen gab die US-Währung auf 83,13 Yen von 83,17 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9942 Franken je Dollar und bei etwa 1,3336 Franken je Euro.

Kommentare zu " Asien-Börsen: Korea-Konflikt heizt Gewinnmitnahmen an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%