Asien-Börsen: Nikkei gewinnt fast drei Prozent

Asien-Börsen
Nikkei gewinnt fast drei Prozent

Japans erste Intervention am Devisenmarkt sei gut sechs Jahren gegen den Höhenflug des Yen hat die Tokioter Börse kräftig beflügelt. Die Leitindizes drehten nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus. Auch der Dollar profitierte.
  • 0

HB TOKIO/HONGKONG. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte gewinnt im späten Handel 2,74 Prozent auf 9.554 Punkte, das ist der höchste Stand seit einem Monat. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 1,87 Prozent auf 850 Punkte zu. In Hongkong lag der Hang-Seng-Index mit plus 0,05 Prozent auf 21.706 Punkte auf Vortagesniveau.

Japans Währungshüter hatten kurz zuvor mit Dollar-Stützungskäufen direkt in den Devisenmarkt eingegriffen, um sich gegen den Höhenflug des Yen zu stemmen. Es war die erste Devisenmarkt-Intervention der Japaner seit März 2004. Über die Höhe der Maßnahme machte Finanzminister Yoshihiko Noda keine Angaben. Negative Folgen der Yen-Stärke auf die Wirtschaft könnten nicht hingenommen werden. Notfalls werde man erneut eingreifen, warnte der Finanzminister.

Der Yen war zuvor auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Die Yen-Festigung belastet zunehmend Japans Exportindustrie und gefährdet damit die wirtschaftliche Erholung des Landes.

Vor allem kurzfristig orientierte Anleger trieben die Kurse, sagten Börsianer. "Die Schlüsselfrage ist, ob der Nikkei den Aufwärtstrend halten kann, wenn die kurzfristigen Spekulationen abebben", sagte Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. Dies hänge im Gegenzug davon ab, ob der Yen dauerhaft tiefer bleibe.

Von dem Yen-Rückgang profitierten vor allem Exportwerte. Die Aktien des Unterhaltungselektronikriesen Sony kletterten um 2,4 Prozent. Die Papiere des Rivalen Panasonic gewannen drei Prozent. Der weltgrößte Autobauer Toyota verzeichnete einen Kursaufschlag von 3,5 Prozent. Konkurrent Honda verbuchte ein Plus von 3,5 Prozent, Nissan von drei Prozent.

Die Aktien des Immobilienentwicklers Mori Hills Reit zogen um fast elf Prozent an, nachdem Eiunzelheiten eines großen Shopping-Center-Deals mit Mori Building bekannt wurden.

Meiji legten um zwei Prozent zu, nachdem die Holding aufgrund einer langfristigen Konzernumstrukturierung ihre Erlösprognose deutlich angehoben hatte.

Clarion-Aktien legten um 1,9 Prozent zu, nachdem fürs erste Geschäftshalbjahr ein Gewinn in Aussicht gestellt wurde. Zuvor war der Spezialist für Autoradios noch von einem kräftigen Verlust ausgegangen.

Dollar steigt

Japans erste Intervention am Devisenmarkt sei gut sechs Jahren hat dem Dollar kräftig Auftrieb verliehen. Die US-Währung legte in Fernost um 1,8 Prozent auf 84,50 Yen zu. Zuvor war der Yen mit einem Kurs von 82,87 auf den höchsten Stand zum Dollar seit 15 Jahren geklettert. Der Euro verzeichnete mit einem Plus von 1,6 Prozent ebenfalls einen kräftigen Anstieg auf 109,56 Yen. Zur US-Währung notierte die Gemeinschaftswährung wenig verändert bei 1,2972 Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei 1,0006 Franken je Dollar und etwa 1,2982 Franken je Euro.

Kommentare zu " Asien-Börsen: Nikkei gewinnt fast drei Prozent"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%