Asien-Börsen
Nikkei verliert mehr als zwei Prozent

An den asiatischen Märkten herrscht Verunsicherung. Die Händler erwarten ein Hilfspaket der US-Zentralbank, doch die Stärke des Yen drückt trotzdem die Kurse. Die japanische Regierung könnte schon bald erneut am Devisenmarkt eingreifen.
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HB TOKIO.Die Börsen in Fernost haben am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Die anhaltende Stärke der japanischen Währung hat vor allem den Aktienmarkt in Tokio auf Talfahrt geschickt. Auch ein überraschend schwacher Gewinnausblick der populären Mode-Kette Fast Retailing belastete den Nikkei-Index, der über zwei Prozent nachgab. Ein weiterer deutlicher Kursanstieg des Yen wurde allerdings nicht erwartet, denn am Markt wird nach der IWF-Jahrestagung am Wochenende eine Devisenmarkt-Intervention zur Schwächung des Yen für möglich gehalten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 2,09 Prozent im Minus auf 9.388 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 1,77 Prozent auf 824 Zähler. Am Montag waren die Märkte in Japan feiertagsbedingt geschlossen geblieben. Die Börse in Hongkong notierte 0,52 Prozent im Minus, in Singapur ging es 0,23 Prozent nach unten. Die Börsen in Taiwan und Südkorea gaben um über ein Prozent nach.

Ein Tag nachdem der Dollar in Tokio auf ein neues 15-Jahres-Tief von 81,37 Yen gefallen war, erwartet der Markt nun eine Rate zwischen 81,50 und 83,00 vor einem Treffen der G20-Finanzchefs in Südkorea Ende Oktober, wie ein Händler sagte. Der exportlastigen Wirtschaft des Landes macht der hohe Kurs des Yen zu schaffen, weil die Firmen ihre Produkte im Ausland vergleichweise teuer verkaufen müssen. Ein weiterer deutlicher Kursanstieg sei aber unwahrscheinlich, sagte Marktanalyst Koichi Nosaka von Securities Japan.

Japans Finanzminister Yoshihiko Noda unterstrich die Bereitschaft zu weiteren Eingriffen. „Falls nötig werden wir entschiedene Maßnahmen ergreifen“, sagte er. Japan hatte Mitte September das erste Mal seit sechs Jahren wieder am Devisenmarkt interveniert und Massen an Yen verkauft. Auf dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Wochenende hatte es keine offene Kritik an dem Schritt gegeben.

In den nächsten Tagen steht vor allem die startende Berichtssaison im Fokus. Die Erwartungen in Japan seien allerdings nicht besonders hoch, sagte Yumi Nishimura von Daiwa Securities Capital Markets. Zu den auffälligste Einzelwerten gehörten am Dienstag die Aktien des Bekleidungskonzerns Fast Retailing. Sie brachen um 9,77 Prozent ein, nachdem das Unternehmen wegen des harten Wettbewerbs und gestiegener Kosten den ersten Rückgang des Jahresgewinns seit vier Jahren angekündigt hatte. Unter den Exportwerten gaben Sony über zwei Prozent nach. Toshiba lagen ebenfalls um 1,9 Prozent im Minus.

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