Asien-Börsen
Nikkei verteidigt 10.000-Punkte-Marke

Die asiatischen Aktienmärkte atmen vorsichtig auf, der Nikkei liegt bereits den zweiten Tag in Folge über 10.000 Punkten. Die Gründe für die verbesserte Stimmung ist jedoch nicht hausgemacht. Die US-Wirtschaft nimmt Fahrt auf, die mögliche Rettung Irlands schürt Hoffnungen.
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HB TOKIO/HONGKONG. Der Aufwärtstrend setzt sich fort. Die Aktien japanischer Konzerne kletterten auch heute, einen Tag nach dem der Nikkei über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten gestiegen war. Zwar schwappte die Euphorie aus Europa und den USA noch nach Asien über, ebbte im Verlauf aber ab. In Übersee hatten der spektakuläre Börsengang des amerikanischen Autobauers GM, gute US-Konjunkturdaten und Hoffnungen auf eine baldige Lösung der irischen Schuldenkrise für gute Stimmung gesorgt.

Am Freitag konnte die Börse in Tokio trotz Gewinnmitnahmen ein leichtes Plus bis Handelsschluss verteidigen und schloss über der Marke von 10.000 Punkten auf einem Fünf-Monatshoch. Doch an den chinesischen Börsen drehten die Aktienindizes ins Minus. Hier rechneten einige Marktteilnehmer noch in Kürze mit einer weiteren Zinserhöhung, mit der die Volksrepublik die Inflation in den Griff bekommen will.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,1 Prozent höher bei 10.022 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 0,1 Prozent und ging bei 869 Punkten aus dem Handel.

Auch die Börsen in Taiwan und Korea lagen im Plus. Die Aktienmärkte Hongkong und Shanghai gaben dagegen jeweils mehr als ein Prozent nach, und auch in Singapur ging es bergab.

Die Opel-Mutter GM war am Donnerstag an die Börse zurückgekehrt und hatte dabei die Rekordsumme von mehr als 23 Milliarden Dollar eingenommen. Zusammen mit erfreulichen US-Konjunkturdaten hatte dies unter Anlegern in den USA und Europa für gute Stimmung gesorgt. In New York wirkte sich zudem die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Zitterns um Irland positiv aus. Das hoch verschuldete Euro-Land wird möglicherweise einen zweistelligen Milliarden-Kredit von EU und IWF in Anspruch nehmen.

Die Irland-Erleichterung stützte den Euro, der leicht auf 1,3637 Dollar zulegte. Für einen dauerhaften Aufwärtstrend an den Börsen seien aber dringend entschlossene Schritte für Irland notwendig, sagte Henk Potts von Barclays Wealth.

Die soliden Wirtschaftsdaten aus den USA und die Rückkehr von GM an die Börse stützten den Tokioter Aktienmarkt, sagte Hiroaki Kuramochi von Tokai Tokyo Securities. Zukäufe von ausländischen Hedge-Fonds und der schwache Yen sorgten ihrerseits für eine positive Stimmung.

Zu den Gewinnern gehörten Exporttitel wie Toyota Motor: Die Aktien des Autobauers stiegen um 1,6 Prozent. Den Papieren des Rivalen Mazda half zudem auf die Sprünge, dass sich der US-Autobauer Ford fast vollständig von seiner Beteiligung am japanischen Partner trennt. Damit ist Ford erstmals seit gut 30 Jahren nicht mehr Hauptaktionär von Mazda. Mazda-Papiere legten 1,7 Prozent zu. Sharp und Mitsubishi Electric erhielten dagegen die Rechnungen dafür, dass sie von US-Banken heruntergestuft wurden: Sharp gab 2,4, Mitsubishi Electric 2,7 Prozent nach.

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