Asiens Börsen schließen tief im Minus: „Es scheint etwas Schlimmes zu passieren"

Asiens Börsen schließen tief im Minus
„Es scheint etwas Schlimmes zu passieren"

Die Verunsicherung an den Börsen hält an: An den asiatischen Aktienmärkten hat sich am Montag der Kursrutsch fortgesetzt. An der Leitbörse in Tokio, die mit massiven Kursverlusten in die neue Woche gestartet ist, begründeten Händler das Kursminus mit dem starken Yen und den schwachen Vorgaben von der New Yorker Wall Street. An den Märkten macht sich Angst vor einer Kettenreaktion breit: Fachleute fürchten wegen riskanter Yen-Geschäfte weitere Kursverluste an den Asien-Börsen.

HB/fmk SINGAPUR. Der Nikkei in Tokio fiel am Montag deutlich unter die Marke von 17 000 Punkten und damit auf den tiefsten Stand in diesem Jahr. Der 225 Werte umfassende Index schloss 3,34 Prozent im Minus bei 16 642 Punkten. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit neun Monaten. Der breiter gefasste Topix verlor 3,42 Prozent auf 1662 Zähler. Ähnlich sah es an den anderen Börsenplätzen aus: In Südkorea ging es 2,7 Prozent bergab und in Hongkong knapp drei Prozent. Taiwan verlor 3,74 und Singapur gar 4,5 Prozent. „Es scheint irgendetwas Schlimmes zu passieren, aber es gibt keinen eindeutigen Grund. Das Unwissen macht die Lage schlimmer und so verkaufen die Leute einfach nur noch“, sagte Lim Chang Gue von Samsung Investment Trust in Seoul.

Zu den wenigen Werten, die sich am Montag gegen den Trend stemmen konnten, gehörte JVC. In Kreisen hatte es geheißen, die Finanzinvestoren Texas Pacific Group und Cerberus würden wohl in diesem Monat ihre Angebote für eine Mehrheit an JVC vorlegen. JVC-Aktien Aktien stiegen um 1,453 Prozent.

In Schanghai gab der chinesische SSE Composite 3,5 Prozent nach. Der dortige Kurssturz am Dienstag hatte für Verunsicherung bei den Anlegern weltweit gesorgt und zu den größten Verlusten seit 2001 geführt. US-Notenbankchef Ben Bernanke und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten die panikartigen Verkäufe jedoch als unbegründet bezeichnet und von einer nicht grundlegenden Änderung des Markttrends gesprochen.

Der Dow-Jones-Index hatte am Freitag ein weiteres Prozent verloren, die Nasdaq 1,5 Prozent. Im Wochenverlauf büßte der Dow 4,2 und die Nasdaq 5,85 Prozent ein. Das war die schwärzeste Woche in den USA seit rund vier Jahren.

Der Yen kletterte am Montag zum Euro und zum Dollar auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der stärkere Yen belastet die Gewinne japanischer Exporteure, wenn sie ihre im Dollar-Raum erwirtschafteten Erlöse zurück transferieren. So fielen am Montag etwa die Aktien von Canon mehr als zwei Prozent. Der Kamera-Hersteller erwirtschaftet rund 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Sony gaben knapp drei Prozent nach, Toyota 3,2 Prozent.

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