Auch Unternehmen sind
Euro drückt europäische Börsen

Die europäischen Börsen sind am Dienstag schwächer aus dem Handel gegangen. Der DJ Stoxx50-Index büßte 0,9 Prozent auf 2 460 Punkte ein. Händlern zufolge belastete der Anstieg des Euro die Märkte. Dieser war im Verlauf des Nachmittags (MESZ) zum Dollar auf ein frisches Drei-Monatshoch gestiegen.

HB LONDON. „Die Sorgen nehmen zu, dass die Konkurrenzfähigkeit europäischer Exportunternehmen auf dem wichtigen US-Markt wegen des Dollar abnimmt“, sagte ein Händler. Ein starker Euro dürfte auch die Ergebnisse der Unternehmen belasten.

Bremsend habe sich auch die Zurückhaltung der Anleger zum Start der Berichtssaison zum dritten Quartal in den USA ausgewirkt. Nach Börsenschluss wird das Ergebnis des weltgrößten Aluminiumherstellers Alcoa erwartet.

Deutliche Einbußen erlitten die konjunktursensitiven Bereiche Chemie und Rohstoffe. BASF verloren gegen 3 Prozent. Zuvor hatte JP Morgan den Chemiekonzern aus seiner europäischen Fokus-Liste genommen. Deutliche Einbußen von 6,6 Prozent erlitten die Aktien von Rhodia, nachdem Standard & Poor's im Anschluss an die am Vortag veröffentlichte Gewinnwarnung das Kreditrating gesenkt hatte. Bayer büßten 2,3 Prozent ein, Syngenta ermäßigten sich 4,2 Prozent und ICI notierten 0,7 Prozent tiefer.

Bei den Rohstoffwerten büßten Anglo American 1,5 Prozent ein. Die Deutsche Bank hatte den Wert auf „hold“ von „buy“ zurückgestuft. Arcelor fielen 1,6 Prozent. Thyssen-Krupp gaben 2 Prozent nach, während die finnischen Stora Enso 2 Prozent nachgaben. Gemieden wurden auch Autoaktien. „Das ist das Währungsthema“, begründete ein Händler die Abgaben. Mit minus 2,8 Prozent führten Renault die Liste der Verlierer an. DaimlerChrysler notierten 3 Prozent tiefer und BMW verloren 1,7 Prozent.

Unter Abgaben litten auch Einzelhandelswerte. Die Aktien von Ahold gaben 1,8 Prozent nach. Händlern zufolge sorgte ein bevorstehender Vorab-Strategiebericht für Unruhe unter den Anlegern. Die Papiere von Sodexho fielen 3,1 Prozent. Börsianer verwiesen dabei auf die Nachricht, dass ein US-Gericht eine Diskriminierungsklage gegen das Unternehmen zugelassen habe. Die Aktien des Kleidereinzelhändlers H&M schlossen 1,4 Prozent tiefer.

Zu den wenigen Lichtblicken zählten dagegen die Papiere des britischen Fußballclubs Manchester United, die 5,4 Prozent anzogen. Zuvor hatte der Satelliten-Fernsehbetreiber BSkyB bekannt gegeben, seine Beteiligung an Manchester United an irische Investoren verkauft zu haben.

Die Börse LONDON hat am Dienstag anfängliche Verluste wieder abgebaut und gehalten geschlossen. Der FTSE 100-Index schloss moderate 0,04 Prozent fester bei 4 272 Punkten. Für Unterstützung sorgte die Bewilligung der Fusion der Medienunternehmen Granada und Carlton, deren Aktien 9 Prozent und 3 Prozent kletterten. Als Belastung hingegen erwiesen sich Rohstoffwerte. BHP Billiton büßten 1,7 Prozent ein und Rio Tinto ermäßigten sich 0,7 Prozent. Unter Druck standen auch die Aktien des führenden britischen Einzelhändlers Marks & Spencer, die 3 Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf die enttäuschenden Umsatzzahlen für das zweite Quartal. Einen markanten Verlust von 7,7 Prozent verzeichneten Corus, nachdem Standard & Poor's die Bonität des Stahlkonzerns unter Beobachtung für eine mögliche Rückstufung gestellt hatte.

Die SCHWEIZER Aktien gaben mehrheitlich nach. Die Abgaben könnten durchaus als Konsolidierung des Anstieges seit dem Mehrjahrestief vom März interpretiert werden, hieß es. Der SMI schloss 0,7 Prozent tiefer auf 5 124 Punkten. Der Kursrückgang sei mehr darauf zurückzuführen gewesen, „dass keiner etwas kaufen wollte, als dass größere Abgeber im Markt gewesen wären“, erklärte ein Händler. Unter den Finanzwerten, die europaweit etwas Mühe gehabt hätten, fielen vor allem CS Group auf. Sie sanken 2,9 Prozent. Schwächer waren auch Julius Bär und Vontobel sowie die Versicherungswerte Zurich, Baloise, Swiss Re und Swiss Life. Auch die meisten zyklischen Aktien schwächten sich ab. Syngenta verloren dabei über 4 Prozent.

An der Börse PARIS schloss der CAC 40-Index 0,8 Prozent tiefer bei 3 255 Punkten. Unter Abgaben litten vor allem Finanzwerte. BNP Paribas büßten 1,7 Prozent ein und Axa ermäßigten sich 1,4 Prozent. Markante Abgaben sahen Sodexho Alliance und Renault. Zu den wenigen Lichtblicken zählten dagegen die Titel des Indexschwergewichtes France Telecom, die 2,1 Prozent zulegten.

In AMSTERDAM verlor der AEX 0,7 Prozent auf 318 Zähler.

Der MIB30-Index der Börse MAILAND gab 0,2 Prozent auf 25 311 Punkte nach.

In MADRID schloss der Ibex 35-Index behauptet bei 6 894 Zählern.

An der Börse STOCKHOLM büßte der OMX 0,2 Prozent auf rund 590 Punkte ein.

Der ATX der Börse WIEN verbuchte ein moderates Plus von 0,1 Prozent auf 1 365 Zähler.

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