Auch weiter ansteigender Ölpreis belastet
Hexensabbat wirkt im Dax noch nach

Auch zum Wochenauftakt blieb die 4 000-Punkte-Marke für den deutschen Leitindex unüberwindbar. Seinen Teil dazu bei trug auch der Konsumgüterkonzern Unilever, der den Markt mit einer Absenkung seiner Gesamtjahresziele schockte. Anleger nahmen vor allem Henkel und Beiersdorf in Sippenhaft. Die Kursverluste der beiden deutschen Konsumgüterhersteller sowie ein weiter ansteigender Ölpreis drückten deutschen Aktienmärkte am Montag ins Minus.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den elektronischen Handel auf Xetra 0,26 % tiefer auf 3 977,68 Punkten, konnte sich aber klar vom Tagestief bei 3 956 Zählern absetzen. Dennoch entfernte er sich damit wieder etwas weiter von der psychologisch wichtigen 4 000-Punkte-Marke, die er am Freitag ganz kurz überschritten hatte.Der MDax gab 0,39 % auf 5 041,39 Zähler ab. Der TecDax fiel um 0,42 % auf 499,58 Punkte.

Im späten Parketthandel gaben Dax und TecDax noch leicht nach. Der L-Dax schloss bei 3971,64 Punkten. Der L-TecDax beendete den Handel mit 498,19 Punkten und der L-MDax ging mit 5039,20 Punkten aus dem Handel.

Einige Händler führten auch die Nachwehen des großen Verfallstermins an der Derivatebörse Eurex am Freitag als Begründung für den schwachen Wochenauftakt an. „Sicher der Ölpreis belastet. Aber es fehlen auch die Kräfte, die den Dax am Freitag wegen des Verfallstermins nach oben gezogen haben“, sagte ein Händler. Verfallstermine an den Terminmärkten, an denen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes auslaufen, führen für gewöhnlich zu hohen Börsenumsätzen und starken Kursschwankungen. Ein anderer Börsianer verwies auf die Sitzung der US-Notenbank (Fed) am Dienstag, von der die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr erwartet wird. „Vor der Zinsentscheidung der Fed und ihrem Kommentar zur weiteren Wirtschaftsentwicklung sichern sich Anleger vorsichtshalber einen Teil der Kursgewinne“, sagte er.

Nach der gesenkten Gewinnerwartung des britisch-niederländischen Konsumgüterkonzerns Unilever gerieten zu Wochenbeginn vor allem die Titel von Henkel und Beiersdorf unter Druck. Für Verstimmung bei den Investoren sorgte zudem der weiter steigende Ölpreis. Der Umsatz der im Dax gehandelten Aktien lag am Montag bei 68 Mill. Stück. Am Verfallstermin an den Terminmärkten waren am Freitag 149 Mill. Dax-Titel gehandelt worden.

Viele Kursbewegungen seien noch Nachwirkungen vom großen Verfallstermin für Optionen und Terminkontrakte am Freitag gewesen, sagte Aktienhändler Raed Mustafa von der BW-Bank in Stuttgart. Belastend wirkte der wieder deutlich gestiegene Ölpreis. Befürchtungen, dass nach den Hurrikans im Süden der USA die dortige Ölförderung nur langsam wieder in Schwung kommen könnte, sowie reduzierte Öllieferungen des russischen Yukos-Konzerns nach China trieben den Ölpreis nach oben. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete zeitweise 46,40 Dollar und damit rund 80 Cent mehr als am Freitag. Allerdings bröckelte der Ölpreis wieder ab und notierte zuletzt bei 45,90 Dollar. Ein steigender Ölpreis belastet die Erholung der Konjunktur, da er die Produktionskosten in vielen Industriezweigen erhöht und in der Regel die Gewinnmargen drückt.

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