Ausblick
Aktien: Konjunkturdaten sprechen gegen Erholung

Analysten sehen nach den herben Kursverlusten der Vorwoche noch kein Ende der Talfahrt an den Aktienmärkten. Vor allem Daten zur Industrieproduktion in Deutschland am Dienstag und für die Eurozone am Freitag dürften weitere Hinweise liefern, dass die Wirtschaft im Euroraum tiefer in die Rezession rutscht.

FRANKFURT. „Diejenigen, die noch nicht überzeugt sind, dass die europäische Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird, werden eines Besseren belehrt werden. Alles deutet auf einen Einbruch hin“, sagt Ralph Solveen Analyst bei der Commerzbank. Vergangene Woche hat der europäische Aktienindex Stoxx-600 knapp acht Prozent nachgegeben. Besonders stark ging es für Rohstoffwerte bergab. Der Basic-Resources-Index im Stoxx-600 gab 22 Prozent nach. Der Reuters/Jefferies CRB Index fiel auf den tiefsten Stand in sechs Jahren; er umfasst Öl, Gold, Baumwolle und 16 andere Rohstoffe. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hielt sich mit einem Minus von über sechs Prozent relativ gut. Die US-Indizes fielen auf Wochensicht um etwa zwei Prozent.

Während die Berichtssaison allmählich dem Ende entgegengeht, liefern europäische Fluglinien und Flughafenbetreiber mit jüngsten Zahlen zum Passagieraufkommen Anhaltspunkte zur Wirtschaftsentwicklung. Air-France KLM, Europas größte Fluggesellschaft, legt heute Zahlen für November vor, Lufthansa, Europas Nummer zwei, folgt morgen. Fraport, Betreiber des drittgrößten europäischen Flughafens nach London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle, meldet am Donnerstag Verkehrszahlen.

Da sich der Wirtschaftsabschwung immer deutlicher am Arbeitsmarkt bemerkbar macht, dürfte die Konsumneigung der Verbraucher weiter abnehmen. In der Eurozone kletterte die Arbeitslosenquote im Oktober auf 7,7 Prozent, ein Zwei-Jahres-Hoch. In Großbritannien stieg die Zahl der Arbeitslosenhilfeempfänger im Oktober auf 980 900, den höchsten Stand seit März 2001. In den USA gingen allein im November mehr als 500 000 Arbeitsplätze verloren nach einem Minus von 320 000 im Oktober.

In den USA warten die Anleger mit Spannung auf den Bericht des Discounters Costco Wholesale zum vierten Quartal, der am Donnerstag ansteht. Dann legen auch Inditex, Europas größte Modehandelskette, und HMV, der größte britische Musikhandelsfilialist, Quartalszahlen vor. Costco-Aktien waren am Freitag vier Prozent fester. Gemeinsam mit anderen Handelsketten will Costco eine Entscheidung des Obersten Gerichtshof anfechten, die Herstellern das Recht einräumt, Mindestverkaufspreise festzulegen.

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