Ausblick auf Wall Street
US-Haushaltsstreit stellt Geldpolitik in den Schatten

Der US-Arbeitsmarktbericht wird am Freitag zeigen, wie es um die US-Wirtschaft steht. Wenn sich die Konjunktur in Amerika gut erholt, könnte die Notenbank ihre Geldpolitik anziehen.
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New YorkDer Streit um den US-Haushalt wird Börsianern zufolge in der neuen Woche als Damokles-Schwert über den internationalen Finanzmärkten schweben. Darüber hinaus warten Börsianer gespannt auf neue Konjunkturdaten, von denen sie sich Hinweise darauf erhoffen, ab wann und wie stark die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel anzieht.

In der alten Woche verlor der US-Leitindex, der Dow Jones 1,3 Prozent. Dagegen ist der breiter gefasste S&P 500 in seinem traditionellen Krisenmonat September um drei Prozent gestiegen und liegt nur noch zwei Prozent unter seinem Allzeithoch.

Ein Teil der ruhigen Betrachtungsweise sei dem Umstand geschuldet, dass die Börsianer die Entwicklung im Haushaltsstreit vorhergesehen hätten, sagte Ryan Detrick von Schaeffers Investment Research in Cincinnati. Und irgendwann gehe auch dieser Streit zu Ende.

Bis zum 1. Oktober müssen Demokraten und Republikaner im Kongress zunächst provisorisch dafür sorgen, dass den USA nicht das Geld ausgeht. Sonst droht Staatsbediensteten der Zwangsurlaub. In einem zweiten - aus Sicht von Börsianern entscheidenden - Schritt muss bis Mitte Oktober die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar angehoben werden, um die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft abzuwenden.

Der Haushaltsstreit wird die Diskussion um die US-Geldpolitik, die das Geschehen an den Börsen seit Monaten prägt, Börsianern zufolge vorübergehend in den Schatten stellen. Spätestens am Freitag komme die Frage, ob die Fed ihre Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich schon ab Oktober oder erst ab Dezember zu drosseln beginnt, wieder ganz oben auf die Agenda.

An diesem Tag werden die US-Beschäftigtenzahlen veröffentlicht. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist ein Punkt, an dem die Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Von Reuters befragte Analysten rechnen für September mit der Schaffung von 177.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Plus von 169.000 im Vormonat.

Die Stimmungsindikatoren der Einkaufsmanager aus dem verarbeitenden Gewerbe der USA (Dienstag) werden Analysten zufolge ebenfalls auf eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft hindeuten. "Im Zuge dessen dürften die Stimmen für ein baldiges Rückführen der Anleihekäufe durch die US-Notenbank wieder lauter werden", schreibt Analyst Stefan Scheurer von Allianz Global Investors in einem Kommentar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausblick auf Wall Street: US-Haushaltsstreit stellt Geldpolitik in den Schatten"

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  • O-Ton Oliver Stock
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    Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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    Wirklich?

    Und deshalb sind wohl bei den Artikeln "Rechtsruck in Österreich", "Rechtsruck als Weckruf" und "Unsere rechten Nachbarn" die Komnmentarfunktionen abgeschaltet worden.

    Selten so gelacht.

    Offensichtlich werden unliebsame Kommentare befürchtet - und schon ist Schluß mit der "Plattform für Diskussionen".

    ...

    Ich verstehe ja, daß Sie nicht von den Schergen des BRD-Regimes ins Gefängnis geworfen werden wollen wie der Journalist Axel Möller, der wegen der Veröffentlichung verbotener Meinungen und Leserkommentare zu 30 Monaten verurteilt wurde.

    Aber dann sollten Sie die Einschränkungen unter der Sie in der BRD arbeiten müssen auch wenigsten offen zugeben.

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