Ausblick
Experten rechnen mit schwacher Börsenwoche

Auf schlechte Nachrichten haben sich die viele Analysten für diese Woche schon einmal eingestellt. Nicht zu Unrecht. Denn die US-Banken legen Zahlen vor – und der Überlebenskampf der Autobauer mit ungewissem Ausgang geht weiter. Auf der Konjunkturseite sieht es besonders mit Blick auf die US-Industrie- und Baubranche nicht viel besser aus.

FRANKFURT. Für diese Woche haben sich viele Analysten auf schlechte Nachrichten eingestellt. Das gilt sowohl für Unternehmensergebnisse als auch für Konjunkturdaten. „Europäische Zahlen werden deutlich zeigen, dass wir uns beim Bruttoinlandsprodukt auf den stärksten Abschwung seit mindestens 30 Jahren zu bewegen“, sagte Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. Ähnlich negative Impulse erwartet er von US-Konjunkturdaten, besonders mit Bezug auf die Industrie- und Baubranche.

Auf Unternehmensseite stehen in den USA diese Woche die Autobauer im Fokus. Sie müssen weiterhin um ihr Überleben kämpfen. Dass auch „die Geld- und Kreditmärkte noch weit von einer Normalisierung entfernt sind, dürften erste Quartalsberichte von US-Investmenthäusern zeigen“, sagte Analyst Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg. Goldman Sachs will bereits morgen einen Einblick in das vierte Quartal gewähren, einen Tag später zieht Morgan Stanley nach. Neumann: „Für beide Häuser geht der Konsens bereits von einem Verlust aus. Für Goldman Sachs wie auch für Morgan Stanley wäre dies das erste Verlustquartal in diesem Jahr.“

In Europa haben darüber hinaus gleich mehrere Unternehmen aus dem Einzelhandels- und Konsumgütersektor aktuelle Zahlen angekündigt. Nach den Veröffentlichungen des deutschen Warenhauskonzerns Arcandor und der schwedischen Bekleidungskette Hennes & Mauritz am heutigen Montag folgt morgen unter anderem Cadbury. Zu dem britischen Getränke- und Süßwarenhersteller gehören Marken wie Apollinaris und Schweppes. Vergangene Woche hatte Dresdner Kleinwort die Aktie zum Kauf empfohlen. Sie gehöre derzeit „zu den eher sicheren Orten, an denen man sich verstecken kann.“

Auch am vergangenen Freitag hatte sich Cadbury mit einem kleinem Plus von dem negativen Börsentrend in Europa abgesetzt. Grund für die unterm Strich schlechte Stimmung auf dem Kontinent war vor allem die Sorge um das Überleben der US-Autobauer. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sank 2,2 Prozent, während die US-Märkte dank starker Technologietitel etwas zulegen konnten.

Für die Analysten der DZ-Bank steht dennoch eines schon jetzt fest: „Das Jahr 2008 wird an der Wall Street als eines der schlechtesten in die Börsengeschichte eingehen“, schreiben sie in ihrem Wochenausblick. Ob 2009 besser werde, hänge von der US-Konjunktur ab. Die jüngsten Wirtschaftsdaten würden zumindest wenig Anlass zur Zuversicht geben.

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