Ausblick für 2006: Wall-Street hofft auf bessere Zeiten

Ausblick für 2006
Wall-Street hofft auf bessere Zeiten

Die Wall Street hofft nach einem Stagnationsjahr auf bessere Zeiten. Der Dow-Jones-Index lag zum Jahresschluss 2005 mit 10 717,50 Punkten um 0,61 Prozent niedriger als zum Jahresauftakt. Das war das schwächste Ergebnis für den Dow seit 2002 und die geringste Veränderung seit 1926.

HB NEW YORK. Der breiter gefasste Standard & Poor's 500-Index, der die Kursentwicklung der 500 führenden US-Konzerne widerspiegelt, begnügte sich bei einem Schlussstand von 1248,29 Punkten mit einem bescheidenen Plus von drei Prozent. Der mit Technologieaktien vollgepackte NASDAQ-Index schloss mit 2205,32 Punkten und mit einem Minimalgewinn von 1,37 Prozent ab.

Die Wall Street hat 2005 unter der langen Zinssteigerungsserie der US-Notenbank, den massiven Ölpreisaufschlägen von 40 Prozent auf zum Jahresende über 61 Dollar je Barrel und sporadischen Inflationssorgen gelitten. Damit konnten sich das solide amerikanische Wirtschaftswachstum von rund 3,6 Prozent und Unternehmensgewinnsteigerungen von durchschnittlich mehr als 14 Prozent nicht durchsetzen. Der Dollar legte gegenüber dem Euro und dem Yen um jeweils rund 15 Prozent zu, was die stagnierenden US- Börsen etwas attraktiver machte. Die Wall Street stand jedoch im Schatten vieler Auslandsbörsen, die massive Gewinne verbuchten.

Der Computerriese Hewlett-Packard war 2005 mit einem Kursgewinn von 36,5 Prozent der erfolgreichste Dow-Wert, gefolgt von Boeing mit einem Plus von 35,7 Prozent und dem Zigarettenriesen Altria (plus 22,3 Prozent). Das Schlusslicht unter den Dow-Werten bildeten die gebeutelten General-Motors-Aktien, die 51,5 Prozent verloren. Anteile des Telekomkonzerns Verizon sackte um 25,6 Prozent und IBM-Aktien um 16,6 Prozent ab.

Exxon-Mobil, der einzige Ölwert unter den Dow-Titeln, legte um 9,6 Prozent zu. ConocoPhilips stiegen um 34 Prozent. Bei den Technologiewerten glänzte Internetsuchmaschinen-Betreiber Google mit einem Kursgewinn von 115 Prozent. Versorgungswerte boten angesichts der hohen Energiepreise ebenfalls einen Lichtblick.

Für 2006 hoffen die Wall-Street-Experten auf ein Ende der seit Sommer vergangenen Jahres andauernden Zinserhöhungsrunde, leicht rückläufige Energiepreise und Inflationsraten, weiter hohe Unternehmensgewinne und ein "graduelles" Ende des Immobilienbooms. Dies sollte den US-Börsen etwas stärkeren Auftrieb geben.

Das US-Wirtschaftsmagazin "Business Week" befragte 76 Wall-Street - Strategen. Sie erwarten für 2006 im Schnitt einen Anstieg des Dow, des S&P-500 und des NASDAQ von jeweils etwa sieben Prozent. Der Dow dürfte sich auf 11 556 Punkte festigen, der S&P-500 auf 1347 und der NASDAQ-Index auf 2428. Technologiewerte seien die klaren Favoriten. Baisseanhänger verweisen jedoch auf das wahrscheinlich etwas langsamere US-Wirtschafts- und Unternehmensgewinn-Wachstum, anhaltend hohe Energiepreise sowie mögliche weitere US-Zinsaufschläge.

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