Ausverkauf bei Finanzwerten
Wall Street auf Talfahrt

An den US-Börsen mussten die Anleger heute einen deutlichen Kursrutsch verschmerzen. Belastend wirkte sich insbesondere ein Bericht über einen Rekord bei Zwangsversteigerungen aus. Für Unruhe sorgte auch die Entscheidung der Investmentbank Merrill Lynch, die Bedingungen bei einer großen Emission von Wandelanleihen zu verändern.

HB NEW YOKR: Negativ auf die Märkte wirkten sich weiterhin Meldungen über Nachforderungen beim Hypothekenfinanzierer Thornburg aus. Zudem zeigten sich Investoren darüber beunruhigt, dass die Investmentbank Merrill Lynch die Bedingungen bei einer großen Emission von Wandelanleihen veränderte. Händler sagten, bei den Finanzwerten sei es zu einem regelrechten Ausverkauf gekommen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,8 Prozent tiefer auf 12 040 Punkten aus dem Handel. Das Börsenbarometer pendelte im Handelsverlauf zwischen 12.026 und 12.254 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,2 Prozent auf 1304 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 2220 Punkte nach. Der Deutsche Aktienindex Dax ging am Donnerstag 1,4 Prozent tiefer auf 6591 Punkten aus dem Handel.

Auf dem kriselnden US-Immobilienmarkt war die Zahl der Zwangsvollstreckungen zum Ende des vergangenen Jahres auf einen neuen Höchststand gestiegen. Wie der Branchenverband Mortgage Bankers Association mitteilte, war vor allem der zunehmende Ausfall von schlechter besicherten Hypotheken (Subprime) dafür verantwortlich.

Die Hypothekenbank Thornburg teilte mit, eine Säumnisanzeige von JP Morgan Chase erhalten zu haben. Die Papiere stürzten daraufhin 51 Prozent ab. "Die Risiken im Finanzsektor breiten sich weiter aus", sagte Jim Awad von Stewart Asset Management. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen im Sog von Thornburg auch die Aktien der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit Kursabschlägen von jeweils über sechs Prozent. Sie fielen auf den tiefsten Stand seit über einer Dekade. Merrill-Papiere gaben über sieben Prozent nach.

Abgestraft wurden auch die Papiere des angeschlagenen US-Bondversicherers Ambac, nachdem die erhoffte Geldspritze von Banken für das Unternehmen bislang ausblieb. Der Anleiheversicherer kündigte lediglich eine Kapitalerhöhung an. Die Ambac-Aktie sackte knapp 15 Prozent ab. Die Anteilsscheine des ebenfalls mit der Kreditkrise kämpfenden Konkurrenten MBIA stürzten 5,5 Prozent ab. Die Dividendenpapiere der US-Investmentbank Lehman Brothers verbilligten sich um rund vier Prozent. Das Kreditinstitut hatte zuvor mitgeteilt, zwei Aktienhändler nach internen Routineprüfungen beurlaubt zu haben.

Gegen den allgemeinen Markttrend konnten die Aktien von Wal-Mart knapp ein Prozent zulegen. Der weltgrößte Einzelhändler hatte zuvor mitgeteilt, sein US-Umsatz sei im Februar um 2,6 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet gestiegen.

Ebenfalls im Plus notierten die Aktien von Oracle, nachdem eine Investmentbank die Papiere hochgestuft hatte. Die Anteilsscheine des Softwareunternehmens stiegen um 2,3 Prozent. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 358 Werte legten zu, 2797 gaben nach und 60 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,21 Milliarden Aktien 558 im Plus, 2362 im Minus und 110 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 22/32 auf 99-06/32. Sie rentierten mit 3,598 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 96-29/32 und hatten eine Rendite von 4,564 Prozent.

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