Autowerte im Plus, Banken im Minus
Gewinnmitnahmen belasten Dax

Der Deutsche Aktienindex hat am Dienstag das Drei-Jahres-Hoch vom Vortag nicht halten können. Auf dem Index lasteten vor allem die Kursverluste der Schwergewichte Eon und RWE.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 0,44 % tiefer bei 4460,63 Punkten. Von den 30 Dax-Werten gaben 19 nach, 10 Titel stiegen. Einen Rekord erzielte hingegen der MDax: Er stieg zwischenzeitlich auf ein Allzeit-Hoch von 5998 Punkten und verfehlte die psychologisch wichtige 6000er-Marke nur knapp. Der Technologie-Index TecDax sank um 0,25 % auf 531,46 Zähler.

„Nach den jüngsten Kursgewinnen ist erst einmal eine leichte Konsolidierung angesagt“, sagte ein Händler. Am Montag war der Leitindex getrieben von Fusionsspekulationen im Bankensektor mit 4482 Zählern auf den höchsten Stand seit Sommer 2002 geklettert. Seit Mitte Mai hat der Dax rund 200 Punkte gewonnen. „Wenn die Spekulationen um die Banken etwas abflauen, ist die Frage, was den Markt weiter nach oben treiben wird“, sagte Christian Schmidt, Marktanalyst bei Helaba Trust.

Am Nachmittag veröffentlichte US-Konjunkturdaten zeigten ein gemischtes Bild. Während der Chicagoer Einkaufsmanager-Index im Mai unerwartet stark zurückgegangen ist, nahm das US-Verbrauchervertrauen überraschend deutlich zu. „Die US-Konjunkturdaten haben sich weitgehend neutralisiert und sich daher nur bedingt auf den deutschen Aktienmarkt ausgewirkt“, sagte Jörg Treptow von MM Warburg.

Technische Analysten sehen den Dax bei den ehemaligen Höchstständen um 4430 Punkte gut unterstützt, ein Anlauf auf die 4510 Punkte sei möglich.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten mit einem Abschlag von rund 1,6 beziehungsweise 1,4 % die Titel der Energieversorger RWE und Eon. „Was wir sehen, sind klassische Gewinnmitnahmen“, sagte ein Händler. Gestützt auf die Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Berlin und einen damit einhergehenden Kurswechsel in der Energiepolitik hatten die Aktien der Versorger in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt.

Die Anteilsscheine der von UniCredito umworbenen HVB rutschten um zwei Prozent auf 20,03 € ab und büßten damit einen Teil ihrer jüngsten Kursgewinne wieder ein. „Der Zeitraum, den Unicredito für ein Ergebnis zur HVB genannt hat, erscheint einigen wohl als lang. In der Euphorie der jüngsten Zeit wurde vielleicht übersehen, dass so etwas dauern kann“, sagte ein Händler. Unicredito-Vizepräsident Fabrizio Palenzona dämpfte die Erwartung einer sehr schnellen Einigung in den Übernahmeverhandlungen. „Wir werden vor dem Herbst etwas wissen, bis September oder Oktober“, sagte Palenzona. Auch die Aktien der Commerzbank, die am Vortag ebenfalls von Fusionsspekulationen profitiert hatten, gaben 0,5 % auf 17,71 € nach.

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