Autowerte schwach
Dax schließt auf Jahreshöchststand

Im Sog der Wall Street haben die deutsche Aktien spürbar zugelegt und den Dax auf das höchste Niveau seit Juli 2002 getrieben.

HB FRANKFURT. Erleichterung über die Inflationsentwicklung in den USA gab am Nachmittag den Standardwerten neuen Schwung und hievte den Dax im Schlussgeschäft sogar recht klar über sein bisheriges Jahreshoch von 4175 Punkten. Zum Xetra-Schluss notierte das Börsenbarometer mit 4183,41 Punkten gut 1,6 Prozent höher als am Vorabend. Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien des Chipherstellers Infineon und des Einzelhändlers Metro sowie am Tag ihrer außerordentlichen Hauptversammlung zeitweise die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer.

Auslöser der Kursgewinne war am Nachmittag die freundliche Tendenz an der Wall Street. Dort trieben die gute Aufnahme des Zwischenberichtes des Computerherstellers Hewlett-Packard (HP), die Fusionsankündigung von Einzelhändler Sears, Roebuck & Co mit der Kmart Holding und die Erleichterung über einen ganzen Satz von US-Konjunkturdaten - darunter die Verbraucherpreise - die Standardwerte gut ein Prozent und die Technologieaktien 1,5 Prozent in die Höhe. Händler äußerten sich über das weitere Potenzial des Dax aber zunächst zurückhaltend. „Wir werden zwar kurzfristig die 4200 oder 4250 Punkte im Dax sehen, aber mit Blick auf das Jahresende bin ich nicht optimistisch“, sagte Analyst Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die Währungsseite könnte den Anlegern am Aktienmarkt da noch einen Strich durch die Rechnung machen, spielte Neumann auf den Anstieg des Euro an, der mit fast 1,3050 Dollar den höchsten Stand seit seiner Einführung an den Finanzmärkten zum 1. Januar 1999 erreichte. Unternehmen in der Euro-Zone haben bei einem hohen Eurokurs gegenüber dem Dollar beim Export in die USA einen Wechselkursnachteil, der letztlich auf die Gewinnmargen drückt.

Fusion in den USA stützt den Metro-Kurs

Der Umsatz zog am Nachmittag spürbar an. Auf Xetra war das Volumen im Dax mit 110 (Vortag 84,2) Millionen Aktien überdurchschnittlich hoch. Größter Gewinner im Dax waren nach der positiven Reaktion der US-Börsianer auf HP die Infineon-Titel, die 4,3 Prozent auf 8,95 Euro zulegten. Auch Dax-Schwergewicht Siemens profitierte von HP. Die Aktien stiegen um überdurchschnittliche zwei Prozent auf 61,55 Euro.

Mehr als der Dax gewannen zudem die Metro-Aktien, die um 3,9 Prozent auf 39,74 Euro stiegen. Einige Händler führten dies auf den Verkauf der defizitären Extra-Supermärkten zurück. Andere verwiesen auf die Fusionsankündigung von Sears und Kmart, die sich zum drittgrößten US-Einzelhändler zusammenschließen wollen. „Das Thema Fusionen könnte ja auch noch mal in Europa akut werden“, sagte ein Händler.

Platzierungsgerüchte belasteten Post-Aktien

Zeitweise besser als der Gesamtmarkt entwickelten sich die Bayer-Titel, die zum Handelsschluss aber leicht abbröckelten und mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 24,30 Euro unter dem Tageshoch aus dem Handel gingen. Die Aktionäre des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns gaben dem Vorstand am Mittwoch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für die geplante Abspaltung der neuen Chemie-Gesellschaft Lanxess. „Das ist positiv für die Aktie, die gegenüber ihren Konkurrenten sowieso Nachholbedarf hat“, sagte ein Händler. Zudem gehörten mit den Aktien der Lufthansa und

Tui die Verlierer des Vortages zu den Gewinnern.

Händler führten dies auch auf die wieder spürbarere Entspannung am Öl-Terminmarkt zurück, wo die Kontrakte nach einem Tag Unterbrechung ihren Abwärtstrend wieder aufnahmen. Größter Verlierer im Dax waren die Aktien der Post, die 1,6 Prozent auf 15,99 Euro nachgaben. Händler begründeten dies mit Gerüchten über eine Platzierung, was von der Post aber nicht kommentiert wurde.

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