Autowerte stehen im Fokus der Anleger
Dax verliert im späten Handel weiter

Zinsängste und Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der Technologiebranche weltweit haben am Donnerstag die deutschen Aktien belastet.

HB FRANKFURT. Die deutschen Aktien haben am Donnerstag trotz guter Konjunktur- und Unternehmensdaten aus den USA überwiegend nachgegeben. Nach Einschätzung von Händlern belasteten die andauernden Spekulationen auf bald steigende Zinsen in in der weltgrößten Volkswirtschaft und Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der Erholung der Technologiebranche den Markt.

Bei sehr geringen Umsätzen fiel der Deutsche Aktienindex (Dax) um 0,2 % auf rund 4 004 Punkte. Belastet vom anhaltend schwachen Handelsverlauf der US-Börse Nasdaq haben die deutschen Aktienkurse im späten Handel geringfügig abgegeben. Der Late-Dax schloss bei 3995,41 Punkten. Der L-TecDax und der L-MDax zeigten sich gleichfalls etwas schwächer. Der späte TecDax schloss bei 601,34 Zählern. Im Xetra- Handel hatte er um 0,41 Prozent auf 603,64 Punkte eingebüßt. Der L- MDax schloss bei 4903,80 Punkten. Im elektronischen Handel hatte er 0,1 Prozent auf 4910,43 Punkte verloren.



Nach US-Börsenschluss steht unter anderem der Quartalsbericht von IBM an. „Der Markt ist insgesamt sehr nervös. Auf der wirtschaftlichen Seite verunsichern immer noch Nokia und Intel. Auf der politischen Seite steht die Terrorangst und die Lage im Irak“, sagte ein Händler.

Die wenigen Unternehmensnachrichten konnten nur begrenzt Kurse bewegen. So schaffte der Rückversicherer Münchener Rück nach Vorlage von Bilanzzahlen den Sprung in die Gewinnzone. Die Aktie schloss 0,28 % fester auf 93,61 €. „Die vorgelegten Zahlen sind aber allesamt bekannt“, sagte Aktienhändler Oliver Opgen-Rhein von HSBC Trinkhaus & Burkhardt. „Der Ausblick war allerdings positiv - wenn auch nicht überschwänglich.“ Die Münchener Rück peilt für das laufende Jahr unverändert einen Konzerngewinn von zwei Mrd. € bei leichtem Umsatzanstieg an.

Unterstützung bekam der Dax vor allem von den Autowerten, die von teils zweistelligen Zulassungszahlen in Europa profitierten. Zudem favorisierten Anleger einmal mehr die Aktien aus der als relativ konjunkturunabhängig geltenden Pharma- und Versorgerbranche. So führten Schering mit einem Plus von 2,3 % auf 40,50 €, Eon mit einem Plus von 2,1 % auf 56,43 € und RWE mit einem Plus von 2,11 % auf 39,74 € die Gewinnerliste im Dax an.

Die Technologiewerte konnten die positiven Unternehmenszahlen von AMD, Apple und Texas Instruments nicht in Kursgewinne umsetzen. Das Papier des Chipherstellers Infineon verbilligte sich um 3,00 % auf 11,95 €. Die Aktien des Software-Unternehmens SAP gaben um 2,19 % auf 132,05 € nach. Siemens-Titel verloren 1,08 % auf 61,58 €.

Für die Börsen in Paris und New York ging es leicht bergab, während die meisten Standardwerte in London im Plus schlossen. Am Rentenmarkt fiel der Bund-Future um 0,04 % auf 114,02 Punkte. Die Umlaufrendite stieg auf 3,82 (Mittwoch: 3,80) Zähler. Der REX sank auf 118,31 (118,42) Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf einen neuen Jahrestiefstand bei 1,1912 (Mittwoch: 1,1924) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8395 (0,8386) Euro.

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