Autowerte wurden gemieden
Europäische Börsen schließen uneinheitlich

Europas Börsen haben am Mittwoch anfängliche Gewinne im Sog der schwächeren Handelseröffnung der US-Börsen teilweise wieder abgegeben. Der DJ Stoxx50-Index notierte zuletzt moderate 0,1 Prozent tiefer bei 2 459 Punkten.

HB LONDON. Händler sprachen von einem volatilen Geschäft. Zunächst hatten die Märkte noch von Hoffnungen auf höhere Unternehmensgewinne in den USA und in Europa Auftrieb erhalten, nachdem am Vortag der Aluminiumproduzent Alcoa ein unerwartet gutes Quartalsergebnis und am Nachmittag der deutsche Softwarekonzern SAP eine überraschend positive Prognose veröffentlicht hatten. Als Belastungsfaktor erwies sich einmal mehr der fortgesetzte Euroanstieg, der vor allem die exportorientierten Sektoren unter Druck brachte.

Abgaben verzeichneten Einzelhandelswerte wie Ahold, die ihre Vortagesverluste ausbauten und weitere 4,5 Prozent verloren. Carrefour ermäßigten sich um 1,5 Prozent, Safeway gaben 1,1 Prozent nach und Altadis büßten 1,6 Prozent ein. Sodexho gaben weitere 2,7 Prozent nach. Bereits am Vortag hatte die Nachricht, dass ein US-Gericht eine Diskriminierungsklage gegen die Cateringfirma zugelassen hat, die Titel belastet.

Gemieden wurden auch Autowerte. Händler wiesen auf die für die europäischen Autokonzerne unvorteilhafte Währungsentwicklung hin. Daimler-Chrysler sanken 0,7 Prozent, Renault gaben 1,6 Prozent nach und BMW fielen um 0,2 Prozent.

Wegen des schwachen Dollars gerieten auch die Titel von Erdölproduzenten unter Druck. Statoil schlossen 1,5 Prozent im Minus, BP ermäßigten sich um 0,4 Prozent, RoyalDutch gaben 0,7 Prozent nach und TotalFinalElf verloren 0,5 Prozent.

Unterstützung kam hingegen von Technologiewerten. Händler verwiesen auf die Prognose von SAP, die euphorisch aufgenommen worden sei. SAP schnellten 13,1 Prozent nach oben. Business Objects kletterten 3,9 Prozent und LogicaCMG rückten 2 Prozent vor. Philips schlossen 2,4 Prozent fester, nachdem der niederländische Elektronikkonzern angekündigt hatte, seine Beteiligung an Taiwan Semiconductor Manufacturing abzubauen, um Schulden zu reduzieren. Gesucht waren auch Vivendi Universal, die 0,4 Prozent zulegten. Der französische Medienkonzern gab den lang erwarteten Verkauf seiner US-Unterhaltungsparte an den zum US-Mischkonzern General Electric gehörenden Fernsehsender NBC für 3,8 Mrd. Dollar bekannt.

An der Börse LONDON verlor der FTSE 100-Index marginale 0,08 Prozent auf 4 268,6 Punkte. Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns Unilever fielen im Vorfeld des demnächst anstehenden Zwischenberichts um 2,2 Prozent. Auftrieb kam dank Übernahmefantasien von den Pharmaaktien. Amersham schnellten 16,2 Prozent nach oben, nachdem die Firma bekannt gegeben hatte, ein Übernahmeangebot erhalten zu haben. Gesucht waren auch die Titel des Softwareunternehmens Sage, die 4,4 Prozent kletterten. Zuvor hatte CSFB das Kursziel für die Titel angehoben. Unterstützung erhielt der Markt auch von den Mobilfunkwerten Vodafone und mmO2, die beflügelt von positiven Analystenkommentaren 0,8 und 3,2 Prozent zulegten.

Die SCHWEIZER Aktien zogen auf breiter Front an. Im späteren Geschäft bröckelten die Kurse allerdings wieder von den Höchstwerten ab, nachdem die US-Börsen schwächer einsetzten. Händler erklärten die höheren Kurse mit technischen Faktoren, einem Kaufprogramm bei europäischen Blue Chips und Spezialsituationen. Werte, die sich jüngst schlechter als der Markt entwickelt hatten, holten etwas auf, hieß es. Die weitere Entwicklung dürfte wohl von den US-Konjunkturdaten am Donnerstag und Freitag abhängen. Der SMI stieg bis auf 5 195,8 Punkte und schloss dann noch 0,44 Prozent fester mit 5 146,2 Zählern. Novartis, CS Group oder Baloise, Werte die der allgemeinen Entwicklung etwas hinterher hinkten, waren gesucht.

An der Börse PARIS verlor der CAC 40-Index 0,2 Prozent auf rund 3 249 Punkte. Die Titel von Vinci verloren 1,7 Prozent. Unter Druck waren auch Bankenwerte. BNP Paribas gaben 0,6 Prozent nach. Credit Agricole büssten 1,2 Prozent ein. Deutliche Einbußen erlitten auch Einzelhandelswerte. Carrefour und Sodexho Alliance verloren 1,5 Prozent und 2,7 Prozent.

In AMSTERDAM verlor der AEX rund 0,4 Prozent auf 317 Zähler.

Der MIB30-Index der Börse MAILAND schloss 0,15 Prozent fester bei 25 348 Punkten.

In MADRID rückte der Ibex 35-Index 0,4 Prozent auf 6 924 Zähler vor.

An der Börse STOCKHOLM gewann der OMX rund 0,6 Prozent auf knapp 593 Punkte.

Der ATX der Börse WIEN verzeichnete ein Plus von 0,7 Prozent auf rund 1 374 Zähler.

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