Bankentitel unter Druck
Leichte Verluste an Europas Börsen

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch erneut im Minus geschlossen. Nachdem die US-Börsen am Nachmittag ins Plus gedreht hatten, konnten die wichtigsten Indizes ihre Verluste aber etwas reduzieren.

dpa-afx PARIS/LONDON. Händler verwiesen auf die anhaltenden Sorgen über eine Kreditklemme, nachdem der US-Hedge-Fonds Sentinel Management am Dienstag einen 1,5 Mrd. Dollar schweren Fonds eingefroren hatte. Finanztitel standen weiter unter Druck. Anleger befürchteten, dass die Reihe von Nachrichten über Probleme von europäischen Banken wegen der Hypothekenkrise nicht abreiße, sagte ein Händler in Paris. Alle Banken stünden irgendwie in Verdacht, in solche Geschäfte involviert zu sein.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 gab um 0,30 Prozent auf 4 183,06 Punkte nach. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 verzeichnete Abschläge von 0,06 Prozent auf 3 665,72 Zähler. Der Euronext 100 fiel um 0,52 Prozent auf 966,70 Punkte. In Paris büßte der CAC 40 0,66 Prozent auf 5 442,72 Punkte ein. Der Ftse 100 verlor 0,56 Prozent auf 6 109,30 Zähler. Die Mailänder Börse bleibt wegen des Feiertags "Mariä Himmelfahrt" geschlossen.

In London gewannen Scottish & Newcastle 2,24 Prozent auf 593,00 Pence. Händler verwiesen auf am Dienstag neu aufgeflammte Spekulationen über ein Gebot des dänischen Brauereikonzerns Carlsberg für seinen britischen Wettbewerber - Carlsberg-Titel gewannen gegen den schwachen Trend 0,14 Prozent auf 706,00 dänische Kronen.

Finanztitel gehörten dagegen wie schon am Vortag zu den größten Verlierern. So gaben Societe Generale um 2,29 Prozent auf 116,27 Euro nach und waren damit schwächster Wert im Eurostoxx 50. Bereits am Dienstag hatten Gerüchte belastet, die Lyxor Asset Management - eine Tochter der französischen Bank - habe Verluste bei ihren Fonds verbuchen müssen. Lyxor nannte die Spekulationen "völlig unbegründet". BNP Paribas verloren 1,45 Prozent auf 77,05 Euro. In London verzeichneten Northern Rock am "Footsie"-Ende Abschläge von 5,30 Prozent auf 687,50 Pence. Standard Chartered fielen um 2,25 Prozent auf 1 562,00 Pence.

Für CSM-Titel ging es um 7,61 Prozent auf 25,13 Euro nach unten. Der niederländische Lebensmittelprodukte-Hersteller hatte im ersten Halbjahr Umsatz und operativen Gewinn weniger stark gesteigert als erwartet. Zudem wird er nach eigenen Angaben wegen der gestiegenen Rohstoffpreise und negativen Währungseffekten die für 2008 ausgegebenen Restrukturierungsziele erst ein Jahr später erreichen.

In Paris gewannen Aktien von Groupe Danone 0,69 Prozent auf 53,75 Euro. Analysten der Societe Generale hatten die geplante Übernahme von Numico positiv bewertet. France Telecom bauten ihre Kursgewinne vom Vortag aus und stiegen um 1,26 Prozent auf 20,90 Dollar. Internetberichten zufolge ist die Mobilfunksparte Orange kurz davor, für Apple den Vertrieb des iphones in Frankreich zu übernehmen.

AXA gaben 1,15 Prozent auf 28,49 Euro ab. Die Credit Suisse hatte den Titel von "Outperform" auf "Neutral" gesenkt. Für die Kursverluste der Carrefour-Aktie machten Händler den schlechten Ausblick von Wal-Mart Stores am Vortag verantwortlich. Carrefour verloren 1,64 Prozent auf 49,29 Euro.

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