Bankentitel waren gefragt
Anleger nehmen in Tokio Gewinne mit

Der starke Yen war an der asiatischen Leitbörse der Grund für Investoren, nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Tage Aktien zu verkaufen.

HB TOKIO. Der Dollar zeigte sich gegenüber dem Yen weiter schwach, konnte sich aber über dem Niveau von 115 Yen behaupten, nachdem der Dollar in New York bis auf Kurse um 114,70 Yen abgesackt war.

In Tokio profitierte der Nikkei zunächst von den guten Vorgaben der Wall Street, allerdings belasteten dann Gewinnmitnahmen, die vor allem den exportabhängigen Automobilsektor trafen. Gefragt waren wiederum Banktitel wie Mizuho Financial Group Inc, die um über drei Prozent oder 8 000 Yen auf 248 000 Yen zulegten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Verlust von 0,86 Prozent bei 10 938,42 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,53 Prozent auf noch 1070,03 Zähler ab.

Gewinnmitnahmen hätten den Aufschwung gebremst, sagten Händler. „Der Markt ist zuletzt so stark gewesen, dass eine Korrektur keine Überraschung ist“, sagte Koji Muneoka von HSBC. Man schaue auf die Wahlen der Liberaldemokratischen Partei am Wochenende. Auch mache der Yen Sorge, sagte Muneoka weiter. Zudem warte man auf Ergebnisse der in Dubai anstehenden Sitzung der G-7-Gruppe führender Industrienationen bezüglich der Wechselkurse, sagten Händler. Zu den Verlierern zählten Automobilwerte, die zuletzt deutlich zugelegt hatten. Honda Motor Co verloren 4,44 Prozent auf 5160 Yen. Toyota Motor Corp gaben 2,63 Prozent auf 3700 Yen ab.

Uneinheitliche Ergebnisse an den meisten asiatischen Börsen

Die meisten anderen asiatischen Börsen zeigten uneinheitliche Ergebnisse. Der Aktienmarkt in Taiwan schloss gut behauptet mit Plus 0,12 Prozent bei 5757,91 Zählern. Die Börse in Seoul schloss dagegen mit einem Verlust von 1,31 Prozent bei 748,25 Punkten. In Hongkong notierte der Hang-Seng- Index im Tagesverlauf knapp behauptet. Die Börse in Singapur tendierte gut behauptet.

Die Vorgaben der Wall Street waren positiv. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,19 Prozent höher mit rund 9659 Punkten aus dem Markt. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,33 Prozent auf etwa 1039 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq-Index rückte 1,4 Prozent auf rund 1909 Punkte vor.

Dollar auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren

Der Dollar, der in New York auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken war, konnte sich in Fernost auf Kurse um 115,36/41 Yen erholen. Händler spekulierten, dass sich die japanische Notenbank vor dem bevorstehenden G-7-Treffen mit Interventionen zurückhalten werde. Tohru Sasaki von JP Morgan Chase sagte, wahrscheinlich werde die japanische Interventionspolitik auf dem G-7-Treffen kritisiert werden. Andere Händler zeigten sich überrascht, dass die Notenbank bei Kursen von unter 115 Yen nicht eingegriffen hatte. In den ersten sieben Monaten hatte die Notenbank nach offiziellen Angaben am Devisenmarkt mit rund neun Billionen Yen (etwa 77,6 Milliarden Dollar) gegen eine Yen-Aufwertung interveniert.

Der Euro bewegte sich eher seitwärts zum Dollar. In Tokio wurden am Nachmittag Kurse von 1,1250/53 Dollar genannt. Im späten New Yorker Handel hatte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1247/51 Dollar gelegen. Gold gab am Freitag im asiatischen Handel leicht nach. Die Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kostete 376,10/376,80 Dollar nach letzten Kursen in New York von 376,35/3770,5 Dollar.

Wesentliche Konjunkturdaten stehen am Freitag nicht an. In Dubai wollten sich Weltbankpräsident James Wolfensohn und IWF-Chef Horst Köhler vor der Presse äußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%