Bargeld-Knappheit
Simbabwes Börse auf Rekordhoch

2009 führte das südafrikanische Simbabwe den US-Dollar als neue Währung ein, um eine Hyper-Inflation aufzuhalten. Seitdem ist aber das Geld knapp. Immer mehr Menschen stecken deshalb ihr Geld in Aktien.
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Frankfurt/HarareWegen der akuten Bargeld-Not in Simbabwe stecken immer mehr Menschen ihr Erspartes in Aktien. Der Leitindex der dortigen Börse stieg am Montag auf 301,03 Punkte. Das ist der höchste Stand seit seiner Neuauflage 2009, als das afrikanische Land wegen der Hyper-Inflation die eigene Währung aufgab und den US-Dollar als Zahlungsmittel einführte.

„Aktien sind ein attraktives Mittel zur Vermögensbewahrung geworden, weil wegen des gescheiterten Finanzsystems die US-Dollar auf der Bank weniger wert sind als in bar“, sagte ein Analyst eines örtlichen Brokerhauses. Die Wirtschaft Simbabwes basiert immer noch auf Bargeld, obwohl die Notenbank bargeldlose Geschäfte fördert. In den Banken sind derzeit jedoch praktisch keine Dollar zu erhalten. Unternehmen müssen sich daher häufig zu hohen Kosten auf dem Schwarzmarkt mit der Währung eindecken.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Leitindex der Börse in der Hauptstadt Harare seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Getrieben wurde die Rally unter anderem von den Kursgewinnen der Brauerei Delta, des Mobilfunkers Econet und von Padenga. Die Titel des Exporteurs von Krokodil-Leder haben ihren Kurs in den vergangenen neun Monaten sogar verfünffacht. Insgesamt liegt die Marktkapitalisierung des Aktienmarktes von Simbabwe allerdings bei gerade einmal 8,5 Milliarden Dollar. Dies entspricht in etwa dem Börsenwert des Dax-Leichtgewichts ProSiebenSat.1. Die jährliche Wirtschaftsleistung Simbabwes liegt bei etwa 14 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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