Bayer gehört zu den Gewinnern
Dax trotzt schlechten Nachrichten

Die deutschen Aktienmärkte haben trotz schlechter Konjunkturdaten und des fortgesetzten Rekordlaufs des Euro deutlich zugelegt. Händler warnten angesichts geringer Umsätze aber vor einer Überbewertung der Entwicklung.

HB FRANKFURT. Händler warnten angesichts geringer Umsätze aber vor einer Überbewertung der Entwicklung. Der Dax kletterte bis zum Xetra-Schluss um 0,8 Prozent auf 4160,35 Punkte. Einer der größten Gewinner waren die Aktien von Bayer, die mit ihrem Ergebnissprung im dritten Quartal die Anleger offenbar überzeugten und gut zwei Prozent zulegten. Bis Handelsschluss stand indessen noch nicht fest, ob die geplante Kapitalerhöhung bei Karstadt-Quelle wie geplant über die Bühne gehen kann.

Die im MDax notierten KarstadtQuelle-Aktien beendeten den Handel fast unverändert. Wegen des Thanksgiving-Feiertages bleiben die US-Börsen geschlossen. Der Umsatz fiel im Dax auf rund 61 (Vortag 77,1) Millionen Aktien. Der MDax und der TecDax schlossen fast unverändert.

Wegen Thanksgiving bleiben die US-Börsen am Donnerstag geschlossen. Börsianer sprachen angesichts des US-Feiertags und der dünnen Nachrichtenlage von einem ruhigen Geschäft. Für viele Kursbewegungen machten sie vor allem institutionelle Investoren verantwortlich. "Viele Fondsgesellschaften polieren vor dem Jahresende offenbar ihre Bilanzen ein bisschen auf", sagte ein Händler. Daher habe auch der anhaltende Höhenflug des Euro die Stimmung am Markt nicht wesentlich getrübt.

Keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Aktienkurse hatte der mit 94,1 Punkten unter den Erwartungen von 94,7 Zählern liegende Ifo-Geschäftsklima-Index. "Zwar ist der Ifo schwächer als erwartet ausgefallen. Die Abweichung nach unten war jedoch nicht so extrem, um die Aktienkurse zu beeinflussen", sagte ein Händler. Für die schlechtere Stimmung in der deutschen Wirtschaft im November machte das Münchener Institut den hohen Ölpreis und die jüngste Euroaufwertung verantwortlich. Der Ifo-Index hatte im Oktober bei 95,3 Punkten gelegen.

Der Euro notierte mit 1,3247 Dollar so hoch wie noch nie seit seiner Einführung an den Finanzmärkten 1999. Normalerweise belastet dies die Börse, da die Exporte unter einem hohen Eurokurs leiden.

Stahlwerke gefragt

Größter Gewinner im Dax waren die Schering-Titel, die mit einem Kursgewinn von 3,3 Prozent auf 54,14 Euro ihre Aufwärtsbewegung vom Vortag fortsetzten. Positive Äußerungen des Vorstandes zur Geschäftsentwicklung, charttechnische Faktoren und positive Nachrichten zum US-Markt lockten Händlern zufolge die Anleger an. Stärker als der Dax legten auch die Bayer-Aktien mit 2,3 Prozent auf 24,22 Euro zu. Händlern zufolge honorierten die Anleger damit die Anhebung der Gewinnprognose für das laufende und den Ausblick für das nächste Jahr.

Die Aktien von ThyssenKrupp profitierten von der Nachricht, dass der zweitgrößte japanische Autohersteller Nissan wegen Stahlmangels einige seiner inländischen Werke vorübergehend schließen wird. Das zeige wie hoch die Stahlnachfrage sei, sagte ein Händler. Die ThyssenKrupp-Aktien legten 1,9 Prozent auf 16,10 Euro zu. Die im Dax notierten Vorzugsaktien von Henkel reagierten zunächst mit Kursverlusten auf die Nachricht, wonach der Konzern mit zusätzlichen Restrukturierungskosten von 400 Millionen Euro rechnet. Zum Handelsschluss notierten die Aktien mit 63,15 Euro aber 0,2 Prozent im Plus und damit deutlich über dem Tagestief von 62,36 Euro.

Seite 1:

Dax trotzt schlechten Nachrichten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%