Bayer weiter auf Talfahrt
BASF und Versicherer drücken Dax

Kursverluste bei BASF nach einem verhaltenen Geschäftausblick für das Gesamtjahr sowie ein erneuter Kurseinbruch beim Konkurrenten Bayer haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Donnerstag mit Kursverlusten schließen lassen. Versicherungen litten unter Befürchtungen, neue Steuerpläne der Bundesregierung könnten zu höheren Belastungen in der Finanzbranche führen.

rtr/dpa FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Minus von 1,3 % auf 3332 Zählern aus dem Handel und hielt sich damit oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 3300 Punkten. Der MDax gewann dagegen 0,25 % auf 3809,70 Punkte. Der TecDax gab 1,88 % auf 451,10 Punkte nach.

BASF-Papiere schlossen mit einem Minus von 3,8 % bei 39,8 €. Bayer-Aktien, die nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis bereits am Vortag eingebrochen waren, verloren angesichts negativer Analystenkommentare am Donnerstag 4,5 % auf 19 €.

Die Aktien der Finanzbranche notieren allesamt schwach. MLP- Aktien verloren mit 3,71 % auf 13,24 € besonders deutlich. „Es kristallisiert sich offenbar heraus, dass MLP im September aus dem Dax fliegt“, sagte ein Händler in Frankfurt. Unter Börsianern werde darauf spekuliert, seit die Rangliste der Deutschen Börse zu Beginn der Woche veröffentlicht wurde.

Die Aktien der Allianz und der Münchener Rück verloren beide rund drei Prozent, was Händler auf Ängste vor möglicherweise steigenden Steuerbelastungen durch Steuergesetzänderungen zurückführten. Ein Sprecher des Finanzministeriums trat dem später allerdings entgegen.

Auf der Gewinnerseite zeigten sich die Papiere des Nutzfahrzeugherstellers MAN mit einem Plus von 3,1 %. Die MAN-Papiere lebten weiter von der Fantasie, Volkswagen werde möglicherweise Teile des Konzerns erwerben und ihn möglicherweise zerschlagen, sagten Händler. Entsprechende Medienberichte hatten den Kurs zuletzt angetrieben. Die MAN-Führung hatte jedoch immer gesagt, eine Zerschlagung verhindern zu wollen.

Im MDax sorgte Pro Sieben Sat1 für Furore: Deutschlands größter Fernsehkonzern hatte den Vorsteuergewinn im zweiten Quartal bei schrumpfendem Umsatz verdoppelt. Dank dieses Gewinnschubs wies das Unternehmen für das erste Halbjahr insgesamt ein positives Ergebnis aus. Die Aktie stieg war mit einem Plus von 7,32 % auf 6,60 € größter Gewinner im Index.

Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,6 % im Plus bei 9112 Stellen, der Technologieindex Nasdaq wies einen Aufschlag von 0,2 % auf 1656 Zähler auf. Der Dax könne von positiven US-Wirtschaftsdaten derzeit nicht profitieren, sagte ein Händler. Das Plus des Dow Jones sei „zu gering“, um den Deutschen Aktienindex ins Plus zu ziehen. In den USA stieg die gesamtwirtschaftliche Produktivität im zweiten Quartal deutlich stärker als erwartet.

Der Rex stieg um 0,3 % auf 118,17 Punkte, der Bund Future gewann 0,3 % auf 114,75 Punkte. Die Umlaufrendite sank von 3,93 (Mittwoch) auf 3,86 %. Der Kurs des Euro stieg und kostete am Abend in Frankfurt 1,1366 Dollar. Zwischenzeitlich war der Euro über die Marke von 1,14 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor allerdings auf 1,1353 (Mittwoch: 1,1392) Dollar und somit niedriger als am Vortag festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8808 (0,8778) Euro.

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