Belastende Konjunkturzahlen - US-Börsen überwinden schlechte Vorgaben
US-Börsen schließen knapp im Plus

Händler sprachen von einer technischen Gegenbewegung, als die Kurse am Freitag im späten Handel wieder ins Plus drehten. „Es hat keine neuen Nachrichten gegeben, aber der allgemeine Trend zeigte nach oben“, sagte Peter Dunay von der Maklerfirma Wall Street Access. Im übrigen seien die Konjunkturdaten so schlimm nun auch nicht ausgefallen. „Die Leute wollen den Markt weiter anschieben.“

HB NEW YORK. Die US-Aktienmärkte haben zum Wochenschluss anfängliche Belastungen aus schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten und als enttäuschend empfundene Umsatzzahlen des Technologieschwergewichts Oracle überwunden und mit leichten Kursgewinnen geschlossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss in New York 0,12 Prozent höher bei 9 471,55 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verbesserte sich um 0,22 Prozent auf 1 018,63 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Index schloss um 0,48 Prozent fester mit 1 855,04 Punkten.

„Die Verfassung der Wirtschaft steht immer noch deutlich im Vordergrund“, kommentierte Peter Gottlieb von Gottlieb Investment Management Corp das Marktgeschehen. „Wir haben immer noch kein klares Bild, dass wir über den Berg sind. Es scheint, dass auf jeden positiven Bericht zur Konjunktur ein verhaltener oder schwacher folgt.“

So zeigten sich die Investoren zunächst ernüchtert von Daten zum Einzelhandelsumsatz und zum Verbrauchervertrauen, die teils deutlich schwächer ausfielen als erwartet. Die Erlöse der US-Einzelhandelsbranche legten im August zum Vormonat um lediglich 0,6 Prozent zu, während Volkswirte im Mittel ein deutlich stärkeres Plus von 1,4 Prozent erwartet hatten. Zugleich fiel der an den Finanzmärkten viel beachtete Index der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen für September unerwartet unter seinen Vormonatsstand.

Auf die Stimmung an der Wall Street drückte auch der Quartalsbericht des Softwareherstellers Oracle. Demzufolge verbuchte der SAP-Konkurrent zwar einen Gewinnsprung von 28 Prozent, zugleich aber auch einen Rückgang bei den viel beachteten Umsätzen mit neuen Softwarelizenzen. Der Aktienkurs des Unternehmens verlor rund 3,3 Prozent auf 12,55 Dollar. Auch andere Aktien von Softwareunternehmen tendierten schwächer. Microsoft-Aktien reagierten auf die Ankündigung, für das Geschäftsjahr 2003/2004 (zum 30. Juni) die Dividende auf 16 (acht) Cent verdoppeln zu wollen, mit einem Kursgewinn von 1,8 Prozent auf 28,34 Dollar.

Die weltweit größte Lotteriegesellschaft GTech Holdings Corp konnte die Börsianer trotz eines um fast 27 Prozent gesteigerten Quartalsgewinn nicht überzeugen. Die Aktien gaben 4,26 Prozent auf 41,36 Dollar nach. Nach der jüngsten guten Kursentwicklung habe es Gewinnmitnahmen gegeben, sagte ein Analyst.

Zu den Gewinnern zählte der Versicherer 21st Century Holding Co, der für das dritte Quartal von erfreulichen Umsatzzuwächsen berichtete. Auch die Gewinnerwartung wurde nach oben revidiert. Die Aktie gewann gut zehn Prozent auf 15,99 Dollar.

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