Berg- und Talfahrt
Europas Börsen behaupten sich knapp

Die europäischen Börsen haben sich am Freitag nach einer Berg- und Talfahrt mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet.

dpa-afx PARIS/LONDON. Wie schon an den vergangenen Tagen folgten die Leitindizes der Entwicklung an der Wall Street, die zuletzt stark von Sorgen über den US-Hypothekenmarkt belastet worden war. Die europäischen Börsenbarometer zeigten damit die schwächste Wochenentwicklung seit der am 2. März beendeten Handelswoche, als sie von einem Kursrückgang an den chinesischen Börsen nach unten gezogen worden waren.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor 0,20 Prozent auf 4 244,58 Punkte - auf Wochenbasis bedeutete das ein Minus von rund 200 Punkten. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 gab um 0,40 Prozent auf 3 720,33 Zähler nach. Der Euronext 100 fiel um 0,30 Prozent auf 1 006,31 Punkte. In Paris schloss der CAC 40 mit minus 0,55 Prozent auf 5 643,96 Punkte. Der Londoner Ftse 100 verlor 0,58 Prozent auf 6 215,20 Zähler.

Als einer der besten Werte im Eurostoxx 50 gewannen Lvmh nach Zahlen 1,81 Prozent auf 81,70 Euro. Der französische Luxuskonzern hatte im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn zugelegt und die Analystenerwartungen leicht übertroffen. Der operative Gewinn lag mit 1,398 Mrd. Euro elf Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr rechne man nun mit einem "signifikanten Wachstum". Bisher hatte Lvmh ein "starkes Wachstum" für 2007 angekündigt.

Für Titel von Saint-Gobain ging es um 1,84 Prozent auf 81,74 Euro hoch. Der französische Baustoffhersteller hatte nach einem überraschend starken Gewinnsprung im ersten Halbjahr seine Prognose fürs Gesamtjahr angehoben.

Carrefour legten um 1,13 Prozent auf 51,90 Euro zu. Der französische Einzelhandelskonzern verkauft seine Filialen in Portugal für 662 Mill. Euro an den portugiesischen Mischkonzern Sonae.

In Paris gewannen EADS-Aktien nach einem positiven Analystenkommentar 1,71 Prozent auf 22,62 Euro. Die UBS hatte die Einschätzung der Titel von "Reduce" auf "Neutral" erhöht und das Kursziel von 20 auf 24 Euro angehoben. Trotz vorheriger Warnungen hätten niedrigere Preise für Flugzeuge zu Beginn des Jahres sich nicht auf die Zahlen ausgewirkt, so die Analysten in einer aktuellen Studie.

Michelin schlossen indes nach der Bilanzvorlage 2,90 Prozent tiefer bei 90,85 Euro und waren damit Schlusslicht im CAC 40. Mehrere Händler sahen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Zwar sahen mehrere Händler die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Doch Absatzrückgänge bei Fahrzeug- und insbesondere Lastwagenherstellern und die möglichen Folgen für Reifenverkäufe belasteten den Michelin-Kurs.

Capgemini-Anteilsscheine verloren 2,19 Prozent auf 50,37 Euro. Analysten zeigten sich von Zahlen und Ausblick des IT-Dienstleisters und Unternehmensberaters enttäuscht, obwohl Capgemini sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hatte.

Im Brüsseler Leitindex Bel 20 übernahmen Solvay mit minus 5,03 Prozent auf 109,14 Euro die rote Laterne. Der belgische Chemie- und Pharmakonzern hatte die Analystenerwartungen im zweiten Quartal 2007 mit einem überraschend hohen Gewinnrückgang enttäuscht. Dennoch will das Unternehmen auf operativer Ebene das Ergebnis des Vorjahres erreichen.

An der Londoner Börse gaben Aktien von British Sky Broadcasting (Bskyb) um 1,04 Prozent auf 668,50 Pence nach. Der Bezahlsender hatte im am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2006/07 trotz eines Rückgangs beim operativen Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Negativ aufgenommen wurden indes Aussagen von Rupert Murdoch, auf absehbare Zeit werde es im Streit mit Virgin Media keine Einigung geben.

Reuters Group zeigten sich wenig verändert mit plus 0,16 Prozent auf 626,00 Pence. Die vor der Übernahme stehende britische Nachrichtenagentur hatte mit einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr beim Partner Thomson weiter für sich geworben. Vorstandschef Tom Glocer sagte in einer Telefonkonferenz, die bevorstehende 8,8 Mrd. Pfund schwere Übernahme durch den kanadischen Informationsdienstleister sei "sehr gut" gestartet.

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