Bergarbeiter in den Goldminen beenden Streik
Südafrikas Börse klettert auf weiteres Allzeithoch

Der südafrikanische Aktienmarkt klettert seit Wochen von einem Rekord zum nächsten. Das Tempo hat sich dabei zuletzt ständig erhöht: War der JSE-Index Anfang Juni nach längerem Anlauf durch die Marke von 14 000 Punkten gebrochen, fiel die Schwelle von 15 000 Punkten bereits Ende letzten Monats

wd/AP KAPSTADT.Nur knapp zwei Wochen später hat das Börsenbarometer JSE nun bereits die Marke von 16 000 Punkten im Visier. Gestern streifte der Index bereits 15 800 Punkte und kletterte damit auf ein weiteres Allzeithoch.

Positive Meldungen aus der Goldindustrie könnten der Börse zusätzlichen Auftrieb verleihen: Gestern haben die südafrikanischen Gewerkschaften ein Angebot der Arbeitgeber angenommen und den größten Streik in den Goldminen seit 18 Jahren beendet. Zwei Gewerkschaften, die zusammen rund 90 000 Arbeiter vertreten, stimmten Lohnerhöhungen zwischen sechs und sieben Prozent zu. Eine dritte Gewerkschaft hatte sich dem Streik nicht angeschlossen, auf dessen Höhepunkt 70 Prozent der 130 000 Arbeiter in den südafrikanischen Goldminen im Ausstand waren. Die Goldindustrie ist eine der wichtigsten Exportbranchen in Südafrika.

Profitiert hat die Aktienbörse in den vergangenen Wochen von den hohen Rohstoffpreisen, die den südafrikanischen Bergbaukonzernen zugute kommen. Positiv wirkte sich auch die kräftige Verbrauchernachfrage aus, die von den vergleichsweise niedrigen Zinsen unterfüttert wird. Die südafrikanische Zentralbank hatte die Leitzinsen zuletzt im April um einen halben Prozentpunkt auf sieben Prozent gesenkt – den niedrigsten Stand in fast 25 Jahren.

Bekleidungsläden wie Edcon oder Foschini, aber auch die Supermarktketten Pick’n Pay und Shoprite schnellten im Einklang mit der Börse zuletzt auf neue Allzeithochs. Die Schweizer Großbank UBS geht davon aus, dass die Unternehmen am Kap ihren Gewinn in diesem Jahr um 31 Prozent steigern werden. Dies wäre mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts.

Im Gegensatz zu den großen Weltbörsen befindet sich die JSE, die allein in diesem Jahr um 25 Prozent zugelegt hat, allerdings bereits auf einem Niveau, das mehr als 30 Prozent über den Boomjahren zur Jahrtausendwende liegt. Für Anleger aus dem Dollarraum schmälert jedoch der zuletzt etwas schwächere Rand die Gewinne. In Dollar gemessen kommt die JSE in diesem Jahr auf ein Plus von nur rund 15 Prozent.

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