BIP-Daten im Blick: Wall Street schließt nach Wirtschaftsdaten im Minus

BIP-Daten im Blick
Wall Street schließt nach Wirtschaftsdaten im Minus

Nach enttäuschenden Daten zum US-Wirtschaftswachstum haben am Freitag die amerikanischen Börsen Verluste verzeichnet. Einen Kurssprung verbuchten Nortel Networks nach guten Quartalszahlen.

HB NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss in New York 0,2 Prozent schwächer mit 10 488 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,3 Prozent auf 1 131 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent auf 2 066 Zähler.

„Der Markt ist tiefer wegen des BIP“, kommentierte Pat Fay von D.A. Davidson & Co. das Handelsgeschehen. Die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft stieg im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 4,0 Prozent. Die Wachstumsrate war damit weniger als halb so hoch wie im dritten Quartal, als der Anstieg vor allem dank milliardenschwerer Steuersenkungen 8,2 Prozent betrug, und lag zudem deutlich unter der durchschnittlichen Prognose von Reuters befragter Analysten von 4,8 Prozent.

„Aber ich denke, momentan kann alles, auf was die Leute schauen, als Entschuldigung für die Verkäufe dienen. Der Markt ist nach allen technischen Kriterien überkauft“, sagte Fay.Nach der kräftigen Kursrally 2003 hat der S&P-500-Index im laufenden Jahr bislang 1,5 Prozent und der Nasdaq-Index mehr als drei Prozent zugelegt. Der Dow befindet sich derzeit etwa auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresbeginn. Unter den Investoren wachsen die Befürchtungen, dass die Kurse gemessen an den tatsächlichen Geschäftsperspektiven der Unternehmen mittlerweile übertrieben hoch sind.

Die Anleger schauen daher genau auf die weiter einlaufenden Quartalszahlen. Für eine Enttäuschung sorgte der Geschäftsbericht des Softwareherstellers PeopleSoft. Der SAP-Konkurrent hatte einen Gewinnrückgang verbucht und eine Umsatzprognose unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen vorgelegt. Die Titel fielen 6,2 Prozent auf 21,57 Dollar.

Zu den Verlierern im Dow Jones zählten Walt Disney. Die Aktien verloren 1,8 Prozent auf 24,00 Dollar, nachdem das Trickfilmstudio Pixar seine erfolgreiche Partnerschaft mit Disney, aus der Kinoknüller wie zuletzt "Findet Nemo" hervorgingen, gekündigt hat. Pixar stiegen dagegen um 3,4 Prozent. Im Dow gaben außerdem Hewlett-Packard, Coca-Cola, General Motors und Exxon Mobil stärker nach.

Der kanadische Telekomausrüster Nortel Networks übertraf dagegen die Markterwartungen, woraufhin seine Aktien 19 Prozent nach oben schnellten.

Die BIP-Daten stellten überraschend starke Daten zur Entwicklung der Industrie und zum Konsumklima in den Schatten, die allerdings stärkere Kursverluste an der Wall Street verhinderten. Die Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe im Großraum Chicago beschleunigte sich im Januar deutlicher als erwartet auf das höchste Niveau seit neuneinhalb Jahren.

Außerdem legte der von der Universität Michigan ermittelte Index zum Verbrauchervertrauen nach endgültigen Berechnungen überraschend kräftig zu.

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