Börse Athen
Griechische Banken werden zu Pennystocks

Ministerpräsident Tsipras scheint es auf einen offenen Konflikt mit den Gläubigern ankommen zu lassen. Anleger reagieren verunsichert: Die Kurse an der Athener Börse brechen ein, Bank-Aktien verlieren besonders stark.
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AthenDer Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern hat die Athener Börse am Montag erneut auf Talfahrt geschickt. Der Athener Leitindex fiel um gut fünf Prozent. In die Banken des Landes haben die Anleger offenbar jedes Vertrauen verloren: Der griechische Bankenindex brach am Montag um bis zu 9,3 Prozent ein.

Die Großbanken Griechenlands werden immer mehr zu Pennystocks. Eine Aktie der Alpha Bank ist nur noch 31 Cent wert, einer der Piraeus Bank 54 Cent. Am Montag fiel auch die National Bank of Greece unter die Marke von einem Euro je Aktie. Die Anleger sind verunsicherte, denn das größte Geldhaus des Landes steht vor einem Wechsel der Unternehmensführung.

Der Chef der National Bank of Greece, Alexandros Tourkolias, sagte am Sonntag zu Reuters, er werde in den kommenden Tagen zurücktreten. Auch Chairman George Zannias werde seinen Posten aufgeben. Bei der Bank kommt es nach Regierungswechseln oft zu Personalveränderungen. Die Zeitung „Kathimerini“ berichtet, die Ökonomin und Ex-Ministerin Louka Katseli sowie der Bank-Manager George Michelis würden die Führung übernehmen. Bankchef Tourkolias lehnte eine Stellungnahme zu den Personalien ab.

Doch nicht nur Personalien lassen Anleger die Flucht aus griechischen Bankaktien ergreifen. Die Geldeinlagen der Griechen sind nach Angaben aus der Bankenbranche auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der schweren Finanzkrise gefallen. Aus Angst vor einer schlagartigen Verschlechterung der Finanzlage hätten zahlreiche Unternehmen, aber auch einzelne Bürger ihre Geldeinlagen auf das geringste notwendige Maß verringert, hieß es aus Bankkreisen am Montag in Athen.

Die Zeitung „Kathimerini“ hatte zuvor berichtet, die Geldeinlagen seien erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise auf 147 Milliarden Euro gefallen. Der bislang niedrigste Stand der Geldeinlagen war im Juni 2012 mit etwa 150 Milliarden Euro, hieß es. Danach waren die Einlagen wieder gestiegen. Griechische Bankkunden hätten im Dezember und Januar etwa 16 Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben.

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„Die harten Worte machen Anleger nervös“

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  • Der Neo-Kolonialismus: früher hat man mit Waffengewalt Länder erobert und kolonisiert, heute wird einfach durch Bestechung das gleiche erreicht.! Die Exportgier der Industrieländer und deren Großkonzerne, durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitgliedern Griechenlands und mit der Mittäterschaft von deutschen und französischen Banken, hat zu dieser Überschuldung geführt. Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt und das Land und Industrie verschenkt

  • Wo ist dasGeld geblieben? Das kann man sich ansehen, wenn man mal nach Griechenland fährt. Deutsche Autos (Daimler S-Klasse, 5er BMWs und Porsche Cayenne besonders beliebt) und überdimensionierte Privathäuser.

  • --@ Herr Wagner, Klarheit ist immer gut. Besonders aber, wenn es darum geht, dass die Griechen nur durch Betrug in den Euro gekommen sind. wir sollten die Griechen in ihre Freiheit entlassen. [...]. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

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