Börse Europa
Eurostoxx auf Halbjahreshoch

Starke Unternehmenszahlen und die weitere Lockerung der US-Geldpolitik haben den europäischen Börsen am Donnerstag zum höchsten Stand seit über einem halben Jahr verholfen. Morgen könnte die Rally weitergehen.

HB LONDON. Der Leitindex Eurostoxx 50 beendete den Handel mit einem deutlichen Plus von 1,90 Prozent bei 2 884,21 Punkten und damit so hoch wie seit Ende April nicht mehr. Gleiches galt für den Cac-40-Index in Paris, der 1,92 Prozent auf 3 916,78 Punkte gewann. Der Londoner Ftse 100 schaffte es mit plus 1,98 Prozent auf 5 862,79 Punkte sogar auf das Niveau von Anfang Juni 2008.

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Vorabend beschlossen, ihre bereits hoch-expansive Geldpolitik noch stärker zu lockern. Sie pumpt weitere 600 Mrd. Dollar in den Aufkauf von Staatsanleihen und somit frisches Geld in die Märkte, um der Konjunktur auf die Beine zu helfen. Laut Börsianern dürfte der Blick der Anleger sich nun vor allem auf Konjunkturdaten richten. "Die Fed hat die Tür für spätere, weitere Maßnahmen offen gelassen", kommentierte ein Analyst. Dies könnte das Vertrauen der Investoren weiter stützen.

Der US-Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag könnte sich allerdings als eine hohe Hürde erweisen, warnte der Experte. Die Vorzeichen für diese wichtige Konjunkturbarometer sind uneinheitlich: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatten zwar überraschend deutlich zugenommen. Andererseits hatte der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) am Mittwoch entgegen den Erwartungen für Oktober einen Anstieg der Beschäftigung im Privatsektor berichtet.

Auf Branchenebene gewann der Stoxx Europe 600 Banks dank starker BNP-Paribas-Zahlen 2,46 Prozent und gehörte damit zu den besten Sektorindizes. Dagegen litt der Stoxx Europe 600 Telecommunications unter der Schwäche von Telecom Italia und büßte als Schlusslicht 0,27 Prozent ein.

Die Aktien von BNP Paribas legten um 3,66 Prozent auf 54,370 Euro zu, nachdem die französische Großbank für das dritte Quartal einen unerwartet deutlichen Gewinnsprung vermeldet hatte und mit einer Fortsetzung der guten Geschäfte im Schlussquartal rechnet. Zudem hatte das Institut angekündigt, zur Erfüllung strengerer Regulierungsvorschriften keine Kapitalerhöhung zu benötigen. Analyst Christoph Bossmann von der WestLB sah sowohl das Vorsteuerergebnis als auch den Nettogewinn des Kerngeschäfts als überraschend gut an. Papiere der französischen Konkurrenten Societe Generale und Credit Agricole zogen im Zuge dessen noch deutlicher an als die BNP-Titel.

Für die Papiere von Unilever ging es an der Eurostoxx-Spitze sogar um 5,52 Prozent auf 22,480 Euro nach oben. Getragen vom Wachstum in den Schwellenländern hatte der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg verzeichnet. In London honorierten die Aktien von Easyjet die gestiegene Passagierzahl im Oktober mit Kursgewinnen von 3,41 Prozent auf 479,00 Britische Pence. Am Vortag hatte bereits Konkurrent Ryanair berichtet, im vergangenen Monat mehr Fluggäste als vor einem Jahr befördert zu haben.

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