Börse Europa Gute Stimmung im dünnen Handel

Während an der Börse Frankfurt wegen des deutschlandweiten Feiertags nicht gehandelt wird, erfreuen europäische Nachbarn mit positiven Wirtschaftszahlen. Auch die Zahlen von BP heben die Stimmung der Aktionäre.
Update: 31.10.2017 - 12:46 Uhr Kommentieren
Die Gemeinschaftswährung machte ihre Verluste am Dienstag wieder wett. Quelle: dpa
Euro-Skulptur

Die Gemeinschaftswährung machte ihre Verluste am Dienstag wieder wett.

(Foto: dpa)

FrankfurtStarke Zahlen des Ölriesen BP haben am Dienstag für gute Stimmung an Europas Börsen gesorgt. Der Handel blieb allerdings insgesamt dünn, weil der deutsche Aktienmarkt wegen des diesmal bundesweit gefeierten Reformationstags geschlossen war. Am Mittwoch wird in Teilen Deutschlands und Europas dann der Feiertag Allerheiligen begangen. Die Anleger hielten sich außerdem zurück in Erwartung wichtiger geldpolitischer Entscheidungen der Notenbanken der USA und Großbritanniens.

Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent im Plus. In London lag der Leitindex „Footsie“ 0,1 Prozent höher. Dazu trugen insbesondere die BP-Aktien bei, die zwei Prozent zulegten. Der Ölkonzern verdoppelte im vergangenen Quartal seinen Gewinn und kündigte eine Wiederaufnahme seiner Aktienrückkäufe an. Europäische Energietitel rückten 0,9 Prozent vor.

Unter den europäischen Einzelwerten standen ferner Ryanair im Blick, die 4,9 Prozent anzogen. Der irische Billigflieger rechnet trotz der Streichung Tausender Flüge weiterhin mit einem Rekordgewinn für das laufende Geschäftsjahr. Zu den Verlierern zählten hingegen BNP Paribas, die 3,5 Prozent absackten. Die französische Großbank steigerte zwar ihren Gewinn im vergangenen Quartal, enttäuschte die Anleger aber mit einem schwachen Handelsergebnis.

Das spanische Börsenbarometer Ibex kletterte 0,8 Prozent. In der Katalonien-Krise blieb eine weitere Eskalation aus. Die spanische Wirtschaft ist im Sommerquartal ungeachtet der Katalonien-Krise kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September um 0,8 Prozent, wie aus den am Montag veröffentlichten Daten des Statistikamtes in Madrid hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit diesem Ergebnis gerechnet, nachdem es im Vorquartal noch zu 0,9 Prozent reichte. Damit bleibt Spanien einer der am schnellsten wachsenden Euro-Staaten: Für die Währungsunion insgesamt erwarten Experten im dritten Quartal ein Plus von 0,5 Prozent.

„Die spanische Wirtschaft erholt sich gut“, sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Das spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider: Die Arbeitslosenquote fiel im dritten Quartal auf 16,4 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 2008. Anfang 2013 - auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise - lag sie noch bei fast 27 Prozent.

Bedroht wird der Aufschwung allerdings durch den Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien, der Investoren, Konsumenten und Touristen verunsichert. Die Regierung senkte deshalb ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 2,6 auf 2,3 Prozent. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hofft trotzdem, dass zumindest noch ein Plus von 2,5 Prozent herausspringen kann.

Nach der Verkündung der Unabhängigkeit Kataloniens durch das Regionalparlament am Freitag hatte die Zentralregierung umgehend die dortige Regierung abgesetzt und für den 21. Dezember Neuwahlen angesetzt. Am Montag erhob die spanische Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Mitglieder der entmachteten katalanischen Regionalregierung.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
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Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

Auch die französische Wirtschaft ist im dritten Quartal so kräftig gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt Insee am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron ist damit auf gutem Weg, das im Haushaltsentwurf für dieses Jahr erwartete Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent zu erreichen oder zu übertreffen. Dadurch wird es einfacher, das Defizit im Staatshaushalt zu senken.

Verglichen mit dem Vorquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den Sommermonaten wie von Ökonomen erwartet um 0,5 Prozent. Der private Konsum gewann dabei an Schwung: Er legte mit 0,5 Prozent fast doppelt so stark wie zu im Vorquartal. Die Unternehmen investierten 0,8 Prozent mehr, während die Exporte um 0,7 Prozent zunahmen. Im zweiten Quartal war die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach revidierten Daten um 0,6 (bisher 0,5) Prozent gewachsen. Präsident Macron will mit Reformen die Arbeitslosigkeit senken. Steuersenkungen, ein flexiblerer Arbeitsmarkt und Investitionen in die Ausbildung sollen dabei helfen.

Auch das Bruttoinlandsprodukt der Währungsunion dürfte in den Sommermonaten nach Schätzung von Ökonomen um 0,5 Prozent gewachsen sein. Das Statistikamt Eurostat wollte noch im Tagesverlauf eine erste Schätzung veröffentlichen.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel kaum bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 60,81 Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um elf Cent auf 54,04 Dollar.

An den vergangenen Handelstagen hatten sich die Ölpreise deutlich erholt. Mit 61,00 US-Dollar erreichte der Brent-Preis am Montag zwischenzeitlich ein Zweijahreshoch. Als Grund für den Auftrieb gilt die Erwartung einer Verlängerung der bestehenden Förderkürzungen wichtiger Ölstaaten wie Saudi-Arabien und Russland.

  • dpa
  • ksh
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