Börse Europa
Libyen drückt weiter auf die Kurse

Die politische Lage in Libyen drückt weiter auf die Kurse an den europäischen Börsen - aber nicht mehr so stark wie an den vergangene Tagen. So gab der Eurostoxx 50 um 0,20 Prozent auf 2.949,13 Punkte nach.
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London, ParisDie europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag angesichts der angespannten Lage in der arabischen Welt den vierten Tag in Folge Verluste erlitten - wenn auch in geringerem Maße als zuletzt. Der Eurostoxx 50 gab um 0,20 Prozent auf 2.949,13 Punkte nach. Damit büßte der europäische Leitindex seit Ende vergangener Woche bereits mehr als 3,8 Prozent ein. Der französische Leitindex Cac 40 verlor am Donnerstag in Paris 0,09 Prozent auf 4.009,64 Punkte und der Ftse 100 in London ging mit minus 0,06 Prozent bei 5.919,98 Punkten aus dem Handel.

"So lange in Libyen keine Lösung herbeigeführt wird, ist auch kein Ende der fallenden Kurse in Sicht", kommentierte ein Börsianer. Ein anderer Marktteilnehmer sagte, dass sich der Markt vor einer Ausweitung der Unruhen auf andere Länder sorge. Damit einhergehen könnte eine eingeschränkte Versorgung mit Öl. Dass es letztlich nicht weiter nach unten ging, lag an einigen überzeugenden Unternehmenszahlen. Zudem hatten positive US-Konjunkturdaten im späten Handel gestützt. So war in den USA die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gesunken.

Unter Druck gerieten Autowerte, was Börsianer auf die hohen Ölpreise zurückführten. So sank der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts um 2,28 Prozent, so deutlich wie kein anderer Branchenindex. Entsprechend zählten BMW mit minus 2,23 Prozent auf 57,000 Euro und Daimler mit minus 1,56 Prozent auf 50,490 Euro zu den schwächsten Werten im Eurostoxx 50. Auch die Aktien des französischen Konkurrenten Renault sanken um 2,67 Prozent auf 42,100 Euro.

Im Minus lagen auch Titel aus der Versicherungsbranche. Die deutsche Allianz hatte mit ihrer Dividende enttäuscht, woraufhin die Papiere Titel 2,68 Prozent auf 101,800 Euro abgaben. Die Papiere des niederländischen Konkurrenten Aegon sanken angesichts einer angekündigten milliardenschweren Kapitalerhöhung um 0,99 Prozent auf 5,391.Euro.

Die zuletzt gebeutelten Ölwerte konnten sich etwas erholen. Total legten um 1,52 Prozent auf 43,655.Euro zu, auch die Papiere der in Libyen engagierten Konzerne Repsol-YPF und Eni machten Boden gut. Repsol stiegen um 1,62 Prozent auf 23,880.Euro, Eni-Titel um 1,29 Prozent auf 17,300 Euro. Das spanische Unternehmen hatte zudem Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt und die Erwartungen des Marktes in etwa getroffen.

An der Spitze des Eurostoxx 50 zeigten sich die Anteilsscheine der Credit Agricole nach Jahreszahlen. Sie verteuerten sich um 5,22 Prozent auf 12,390 Euro. Die französische Bank hatte 2010 trotz eines Verlusts im vierten Quartal mehr verdient als im Vorjahr und will wie zuletzt eine Dividende von 45 Cent je Aktie ausschütten.

Weniger gut wurden die Resultate des britischen Branchenkollegen Royal Bank of Scotland (RBS) aufgenommen. Die Papiere sanken als einer der schwächsten Werte im "Footsie" um 3,63 Prozent auf 45,600 Pence, nachdem das Geldhaus 2010 in den roten Zahlen geblieben war. Hauptgrund für das Minus waren die Kosten für die staatlichen Absicherungsprogramme für mögliche Verluste bei Wertpapieren.

France Telecom büßten in Paris 1,45 Prozent auf 15,960 Euro ein. Der Telekomkonzern hatte im vergangenen Jahr trotz gesteigerter Kundenzahl auf dem wichtigen Heimatmarkt den Umsatz nur geringfügig erhöhen können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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