Börse Frankfurt
Abgasskandale zwingen den Dax ins Minus

Am Freitag ging es mit dem Dax nach unten. Nun leidet auch Daimler unter den Manipulationsvorwürfen bei Abgaswerten. Die Volkswagen-Papiere konnten sich trotz des Rekordverlusts zum Handelsschluss noch erholen.

FrankfurtDie Ausweitung des Dieselskandals hat Anlegern zum Wochenschluss gehörig die Laune verdorben. Enttäuschende Geschäftszahlen von Daimler, der größte Verlust in der Geschichte von Volkswagen und ein Massenrückruf zahlreicher deutscher Fahrzeugbauer führten am Freitag zu einem Ausverkauf bei Automobilwerten.

Ein schwächerer Euro und wieder steigende Ölpreise konnten die Verluste an den Aktienmärkten nicht auffangen. „Im Dax stinkt es gewaltig nach Abgasproblemen“, sagte Aktienanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Das deutsche Börsenbarometer schloss mit 10.373 Punkten 0,6 Prozent im Minus. Der EuroStoxx50 ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 3141 Zähler aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche war das bei beiden Indizes aber immer noch ein Plus von jeweils rund drei Prozent.

Mit Abstand der größte Verlierer waren Daimler. Sie sackten 5,1 Prozent ab und waren für zwei Drittel des Dax-Minus verantwortlich. „Der Kursverfall bei Daimler ist ein Zeichen für die Furcht der Anleger vor einer Ausweitung der Affäre“, sagte Joe Rundle, Chef-Händler der Brokerhauses ETX Capital. Die Stuttgarter enttäuschten ihre Anleger zudem mit einem Einbruch des Gewinns um ein Drittel auf 1,4 Milliarden Euro.

VW schockte seine Investoren mit einem Betriebsverlust von über vier Milliarden Euro. Grund dafür waren vor allem Rückstellungen von 16,2 Milliarden Euro, um die Last des „Dieselgate“-Skandals zu schultern. Die VW-Aktie schloss 1,3 Prozent im Minus, nachdem sie zeitweise mehr als sechs Prozent eingebüßt hatte. Der Wolfsburger Konzern habe einen Großteil seiner Kosten für den Dieselskandal in der Quartalsbilanz verarbeitet, erklärten Analysten von Evercore ISI. „Das Management sollte nun in der Lage sein, am Plan für einen Turnaround bei VW zu arbeiten.“

Für Unmut bei Börsianern sorgte auch, dass Daimler, Opel, VW sowie dessen Töchter Audi und Porsche 630.000 Fahrzeuge zurückrufen und wegen „auffällig hoher“ Abgaswerte die Abgasreinigung nachbessern wollen. Der französische Autobauer Peugeot rückte in den Fokus, weil Ermittler wegen des Verdachts auf Manipulationen an Dieselfahrzeugen Büros durchsuchten und Computer beschlagnahmten.

Für die Peugeot-Aktien brachte das ein Minus von 1,7 Prozent. Die Papiere von BMW gerieten in den Sog und verloren 1,6 Prozent. „Es ist wie befürchtet klar geworden, dass das Abgasproblem nicht nur Volkswagen allein betrifft“, fasste Patrick Casselman, Analyst bei BNP Paribas Fortis, den Absturz der Autowerte zusammen.

An der Wall Street stand alles im Zeichen von Bilanzen der Börsen-Schwergewichte wie Alphabet, Microsoft, General Electric und Caterpillar, die mit ihren Umsatz- und Gewinnzahlen enttäuschten. Bei der Google-Mutter und Microsoft ging es mehr als sechs Prozent bergab, auch von GE und Caterpillar ließen Anleger die Finger. Versöhnlicher gestimmt waren Börsianer mit McDonald's, die ihren Gewinn ausweiteten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag zum Handelsschluss in Europa 0,1 Prozent im Minus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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