Börse Frankfurt
Ängstliche Anleger lassen Dax im Stich

Die Bilanzsaison ist so gut wie durch, die starken China-Daten längst verarbeitet und neue Impulse nicht in Sicht. Die Dax-Anleger hielten sich am Freitag bedeckt – auch weil sie einen möglichen Fed-Exit befürchten.
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FrankfurtDer Dax verabschiedet sich mit einem zähen Handelstag ins Wochenende. Nur am Nachmittag lebte der Leitindex kurz auf, allerdings waren die Kursbewegungen hauptsächlich charttechnischen Bedingungen geschuldet und von daher nicht nachhaltig.

Am Ende ging der Dax bei sehr geringen Umsätzen mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 8338 Punkte aus dem Handel. In der zweiten Börsenliga konnten der MDax 0,4 Prozent zulegen auf 14.734 Punkte. Der TecDax schloss 0,2 Prozent fester auf 1021 Zähler.

"Abgesehen von ein paar vereinzelten Bilanzen gibt es heute kaum Impulse", bewertete ein Experte im Handelsverlauf die Marktlage. Nach Einschätzung der Landesbank Berlin dürfte die bislang eher durchwachsene Berichtssaison die Anleger verstimmen. Sie sei von Gewinnwarnungen und enttäuschende Zahlen gespickt, hieß es in einem Kommentar.

Am Morgen konnte der Dax noch von Anschlussgewinnen profitieren, die von starken Wirtschaftsdaten aus China vom Vortag ausgelöst wurden. Allerdings legte sich über die anfänglich positive Stimmung schnell der graue Schleier der Fed-Spekulationen.

Wie in den vergangenen Tagen äußerte sich am Donnerstag ein weitere Notenbanker über die Geldpolitik der Fed. Richard Fisher hatte sich für einer frühere Reduzierung der Anleihekäufe ausgesprochen. Die zunehmend in diese Richtung zielenden Aussagen verschiedener Banker verstärken den Eindruck, dass die Verantwortlichen der US-Notenbank die Märkte systematisch auf einen langsamen "Exit" vorbereiten wollen. Damit anfreunden können sich die Anleger aber bislang nicht.

In den USA notierten die Börsen nach Frankfurter Börsenschluss deutlich in negativen Bereich. Bei geringem Handelsaufkommen verlor der Dow Jones 0,8 Prozent auf 15.370 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,6 Prozent auf 1688 Zähler und der Nasdaq-100 gab 0,5 Prozent nach auf 3113 Punkte.

Bei den Einzelwerten machte die Commerzbank wieder auf sich aufmerksam. Bereits gestern konnten die Bank über 15 Prozent zulegen, nachdem die Quartalszahlen veröffentlicht wurden. Heute war die Commerzbank mit einem Plus von rund 3,1 Prozent auf 7,89 Euro wieder der größte Gewinner im Dax. Anleger sowie Händler scheinen die forcierte Sanierung unter der Federführung von Commerzbank-Chef Martin Blessing zu begrüßen. Dieser kündigte an beim Abbau Tausender Stellen auch bei Führungskräften nicht halt zu machen. Für ihn sei es eine Frage der Glaubwürdigkeit auch bei den hochbezahlten Stellen den Rotstift anzusetzen. In der Freitagsausgabe des Handelsblatt gab Blessing sich kämpferisch. Sein Ziel ist es die angeschlagene Bank wieder auf Erfolgskurs zu bringen. "Es wäre absurd, vorzeitig aufzugeben, wenn man schon den größten Teil der Strecke absolviert hat", sagte er im Interview des "Handelsblatt". "Ich kann und will den Umbau der Commerzbank erfolgreich zu Ende bringen - das ist mein Ziel."

Die Experten der Credit Suisse zeigten sich von so viel Selbstbewusstsein beeindruckt. Sie erhöhten das Kursziel der Aktie von 8,71 auf 9,18 Euro. Als Rating vergaben sie ein "neutral". "Größere Banken sind nach der jüngsten Rally weniger attraktiv geworden, also wenden sich Investoren jetzt Instituten mit höherem Risikoprofil zu", erkläre Analyst Neil Smith vom Bankhaus Lampe das kräftige Plus bei der Commerzbank.

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  • Danke - bin echt noch immer gefrustet.

    Was lässt Dich weitermachen?

    Meine Lehre - ich muss meine SL besser setzen bzw. rechtzeitig raus.

  • Von mir aus kann der Dax machen was er will. Ich ziehe mein Put/Call Setup auch weiter durch.

  • @berlin-kreuzberg........

    ...........mein Junge, Du hast es nicht verstanden und willst es auch nicht. Dir fehlt das Hintergrundwissen, dazu die gesamtpolitische und wirtschaftliche Lage. Denn die machen auch die Kurse "mein Freund". Ich will nicht eines Tages Recht haben, das kommt sowieso, ohne daß ich mich einklinke. Natürlich war alles was über 8000 war, höchst fragwürdig. Und da stehe ich nicht alleine. Die Warner wie ich, treten doch hier garnicht auf. Die sagen, warum soll ich andere vor Schaden bewahren. Manchmal möchte ich mich denen anschließen, damit so Typen wie Du einer bist, endlich einmal eine "Tracht Prügel an der Börse" erfahren. Wenn Du von den Scheinen genügend hast, setze doch alles auf eine Karte. Von 10 oder 15 000 zu sprechen oder zu denken, ist völlig abwegig. Aber mach ruhig so weiter, die Lacher hast Du sowieso schon auf Deiner Seite.........................

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