Börse Frankfurt
Alle 30 Dax-Titel im Minus

Der Kursrutsch an der Börse hat sich am Dienstag fortgesetzt. Zeitweise rutschte der deutsche Leitindex über drei Prozent ins Minus. Zum Handelsschluss rettete er sich aber noch über die Marke von 10.000 Punkten.
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FrankfurtViele offene Fragen prägend derzeit das Handelsgeschehen an den Börsen. Die beiden wohl wichtigsten sind: Wie geht es weiter mit China und wann wird die Federal Reserve den US-Leitzins anheben? So unsicher die Antwort zu diesen Fragen sind, so unbeständig präsentiert sich auch der Aktienhandel.

Der Dax fiel in der Spitze um 3,2 Prozent auf 9928 Zähler. Zum Handelsschluss notierte er 2,4 Prozent tiefer auf 10.015 Punkten. Der MDax lag zum Schluss 2,0 Prozent im Minus, der TecDax gab 2,5 Prozent und der Euro Stoxx 50 2,7 Prozent nach. Der chinesische Leitindex Shanghai-Composite knickte zeitweise um 4,7 Prozent ein, aus dem Handel ging er 1,2 Prozent schwächer.

Kursverluste gab es auch in New York. Der Dow Jones lag in den ersten Handelsstunden 1,8 Prozent im Minus bei 16.220 Zählern. Die Nasdaq lag 1,4 Prozent im Minus. Während an den Börsen verkauft wird, kommt der Euro wieder in Fahrt. Zuletzt wurde die Währung mit 1,1259 Dollar bewertet und damit 0,4 Prozent höher.

Alle 30 Dax-Werte lagen am Nachmittag im Minus. Zu den größten Verlierern zählten Infineon, Bayer und die Deutsche Telekom, die sich zwischen 2,7 und 3,4 Prozent verbilligten.

Für Verkaufsdruck sorgen vor allem schwache Konjunkturdaten aus China. Dort ist die Industrieproduktion im August abermals zurückgegangen und hat damit die Furcht vor einer immer stärker abflauenden Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt genährt. Der endgültige Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel von 47,8 im Juli auf 47,3 Punkten im August – das ist das niedrigste Niveau seit März 2009. Erst ab einem Wert von 50 Punkten sprechen die Ökonomen von Wachstum.

Auch der Dienstleistungssektor, der zuletzt immer noch für Hoffnung gesorgt hatte, verlor an Schwung. „Das ist sehr beunruhigend, schließlich sind die Bemühungen der chinesischen Zentralbank, die Wirtschaft anzukurbeln, schon sehr groß“, sagte Craig Erlam, Analyst beim Brokerhaus Oanda.

China ist als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA für die Weltkonjunktur ein entscheidender Motor. Der Internationale Währungsfonds (IWF) kappte daher seine erst wenige Wochen alte Prognose für das globale Wirtschaftswachstum. Immer mehr Analysten rechnen nun damit, dass die Volksrepublik das von der Regierung angepeilte Wachstum von sieben Prozent verfehlen wird – es wäre ohnehin das geringste seit einem Vierteljahrhundert.

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  • So viele USD kann China gar nicht verkaufen. Die verschen ja gerade ihre Währung weicher zu machen. Wenn Sie damit aber den USD schwächen, dann wären Exporte nach USA noch ungünstiger. Und das wäre für die Realwirtschaft nicht beonders gut.

  • Die Angst der Spekulanten
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    Nachts wachen sie schweißgebadet auf und sind nahe an einem Herzkasper. Sie haben Schnappatmung.
    Der DAX fällt unter 10.000 Punkte.
    Da muss doch sofort ein "Rettungspaket" geschnürt werden. Der Steuerzahler muss uns retten. Das wäre "gelebte Solidarität"!
    Es kann/darf doch nicht sein, dass wir Verluste schreiben!

  • Betonen möchte ich aber. die Aktienanlage ist weiterhin alternativlos.

    Momentan ist es zwar etwas schwierig, aber wer wie ich seit 50 Jahren dabei ist, und nur die Marketmaker der einzelnen Branchen im Depot hat, der kann auch bei solchen Börsen gelassen bleiben.

    Natürlich war mir aber klar, dass der Weg von der 10.000 bis über die 12.000 übertrieben war.
    Erst jetzt schaue ich wieder nach Chancen, den einen oder anderen Premiumwert aufzustocken.
    Denn wie gesagt, die Aktienanlage ist alternativlos, man muss nur zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Preis kaufen.

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