Börse Frankfurt
Allzeithoch, ade!

Nach dem misslungenen Angriff auf das Rekordhoch geht dem Dax die Puste aus. Am Mittwoch machen Anleger lieber Kasse, der Leitindex schließt deutlich schwächer. Daran konnten auch starke US-Konjunkturdaten nichts ändern.
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FrankfurtAnleger haben den Frankfurter Gipfelsturm vertagt. Der Dax gab am Mittwoch merklich nach und verliert so allmählich sein Allzeithoch aus den Augen. In einem schwierigen Handel kam erst mit der Wall Street Schwung auf. Doch der hielt nicht lang. Am Ende rutscht der Dax erneut ins Minus, ein Schlussstand von 12.217 Punkten bedeutete ein Minus von einem halben Prozent. Zwar fehlen nur knapp 150 Punkte bis zum Rekordstand von 12.390 Zählern – markiert vor genau zwei Jahren im April 2015. Doch auf dem Parkett spürte man die Kraftlosigkeit. Der erste Angriff zum Wochenstart misslang, seitdem endet jedes Aufbäumen in Gewinnmitnahmen. Es bräuchte Impulse. Die aber waren Mangelware, der Konjunkturkalender blieb weitestgehend leer.

So rückte die Politik in den Fokus – und hemmte. Der US-Präsident Donald Trump ist auf dem Weg nach Peking. Der Staatsbesuch am Donnerstag und Freitag gilt als schwierig, Trump selbst wählte diese Worte. Brisante Gesprächspunkte gibt es genug: Aus Washington kommt der Vorwurf, China halte seine Währung gezielt niedrig, um seine Ausfuhren anzukurbeln. Zudem steigen die Reibungen im südchinesischen Meer, wo Peking einen aggressiven Kurs fährt. Der US-Präsident hatte sich bisher nicht zimperlich gezeigt mit seiner Kritik am Reich der Mitte. „Ob sich Trump beim Treffen diplomatischer zeigen wird, ist ungewiss“, schätzte etwa Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader ein.

Auf die Tagesordnung drängt sich auch Nordkorea. Das autoritäre Regime provoziert weiter, in der Nacht zu heute gab es einen erneuten Raketentest. Das international verurteilte Atomprogramm der Koreaner können die Amerikaner nicht dulden. Außenminister Tillerson schloss auf seiner Asien-Reise vor zwei Wochen militärische Antworten nicht mehr aus. Pjöngjang genießt die Rückendeckung Chinas, wenngleich Peking das Treiben der Nordkoreaner zunehmend kritisch beäugt. Brisanz bietet das Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping also genug. Dementsprechend vorsichtig agieren Anleger im Vorfeld. Bevor es keine Signale in Sachen Handelspolitik gibt, dürfte sich nicht viel bewegen, so ein Börsianer.

In Frankreich erreicht der für Europa richtungsweisende Präsidentschaftswahlkampf seinen Höhepunkt. Das Schreckgespenst der Märkte ist eine Präsidenten Marine Le Pen, die ihre Nation per Referendum aus Euro und Europäischer Union führen will. Der Rechtsauslegerin vom Front National gilt ein Startplatz bei der entscheidenden Stichwahl im Mai als sicher.

Zuletzt verlor das Szenario Le Pen etwas an Schrecken, Umfragen sehen inzwischen den Liberalen Emmanuel Macron als Favoriten für das höchste Amt im Lande. Im gestrigen zweiten Fernsehduell machte der Parteiunabhängige, der dezidiert pro-europäisch auftritt, Beobachtern zufolge ein starken Eindruck. Das ist wichtig, gibt ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung an, noch keinen klaren Favoriten zu haben. In Paris rutsche der CAC 40 im Späthandel ins leicht Minus, dem Trend in Europa folgend.

Etwas Bewegung am Mittwoch kam erst mit dem ADP-Bericht auf. Der monatliche Report des privaten Arbeitsvermittlers konnte sich sehen lassen. Demnach schuf die US-Ökonomie in der Privatwirtschaft im März 263.000 neue Jobs. Experten hatten mit 185.000 Stellen gerechnet. Das gibt einen Vorgeschmack auf den Konjunkturhöhepunkt der Woche. Denn am Freitag erscheint der monatliche Arbeitsmarktbericht in den USA, der zusätzlichen die öffentlichen Neueinstellungen umfasst. Die starke Daten zeugen von der guten Konjunktur in den Staaten.

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