Börse Frankfurt
Angriff vertagt

Die Wall Street drosselt ihr Tempo, aber in Frankfurt erreichen M- und SDax neue Rekorde. Für den großen Wurf reicht es aber nicht. Zwar legt der Dax zu, doch es fehlt der Schwung für einen Angriff auf das Jahreshoch.
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FrankfurtDer Dax hat die gerade erreichte 11.800-Punkte-Marke nicht halten können. Zwar nahmen Europas Börsen den frischen Wind von den rekordträchtigen US-Börsen dankend an, doch reichte der Schwung nicht aus, um den deutschen Leitindex in die Nähe seines Jahreshochs zu treiben. Am Ende ging er 0,2 Prozent fester aus dem Handel bei 11.793 Punkten, genau hundert Punkte unter dem im Januar erreichten 20-Monats-Hoch. Die trump'sche Rally treibt damit weiter ihre Knospen, Experten sehen die Möglichkeit einer Frühjahrsrally, die bis in den Mai geht. Doch scheint sie langsam an die Grenzen ihrer Ausdauer zu kommen. Denn in den USA geht plötzlich die Sorge vor einer frühen Zinserhöhung umher.

Zumindest bleiben die Anleger auf der Hut. Die hohe Inflation in den USA lässt die erwartete Zinserhöhung näher rücken. Sollte US-Präsident Trump seine Wirtschaftspläne vollziehen, wird die US-Notenbank Federal energisch einem Überschießen der Teuerungsrate entgegenwirken. Das gab Fed-Chefin Yellen in ungewohnter Deutlichkeit zu Protokoll.

Der US-Präsident war seinen großen Ankündigungen bisher Taten schuldig geblieben. Doch die jüngsten Andeutungen in Sachen Unternehmenssteuern scheinen den Anlegern zu reichen, für sie bleibt Trump der Börsenliebling. Trump trifft sich am Mittwoch mit den Managern einiger Einzelhandelskonzerne. Dabei soll es vertrauten Kreisen zufolge um Steueränderungen und Infrastruktur gehen. Nun hoffen die Börsianer auf die langersehnten Details zum neuen Wirtschaftsfahrtplan aus Washington.

Dass die Stimmung nicht zu sehr kippte, lag auch daran, dass der Republikaner in den letzten Tagen verhältnismäßig ruhig geblieben ist, was den viel gefürchteten Protektionismus anbelangt. Beim Treffen mit dem kanadischen Premier Justin Trudeau verzichtete Trump auf neuerliche Kritik gegenüber den Handelspartnern. Auch die Abwertungsvorwürfe, die in den letzten Wochen weltweit für Trubel gesorgt hatten, fanden keine Nahrung.

Das reichte den Börsianern, den Dow-Jones-Index die nächste Hundertermarke knacken zu lassen. Zwei Wochen nachdem der wochenlange Flirt mit dem 20.000-Punkte-Meilenstein sein Happy End fand, steht der Weltleitindex schon 500 Punkte höher. Am Mittwoch lief er 0,3 Prozent fester bei 20.571 Punkten. Auch die anderen Indizes der Wall Street rückten weiter vor, wenn auch mit deutlich gedrosseltem Tempo.

Interessantes kam aus Washington. Dort stimmte Fed-Chefin Janet Yellen die Finanzmärkte auf weiter steigende Zinsen ein. Vor einer Kongressanhörung sprach die weltmächtigste Notenbankerin davon, dass ein baldiger Anstieg auf den nächsten Sitzungen des zuständigen Ausschusses „wahrscheinlich angebracht“. Die Ansage sorgte doch für Überraschung: „Das haben die Investoren wohl nicht unbedingt so erwartet“, schrieben etwa die Analysten der Essener Nationalbank in ihrem Marktkommentar. Mit Blick auf den Terminmarkt schätzt der Großteil der Anleger die Juni-Sitzung als frühestmöglichen Zeitpunkt.

Darauf reagierte der Euro am Devisenmarkt. Die Gemeinschaftswährung verlor 0,2 Prozent auf 1,0553 Dollar, was wiederum den europäischen Aktien im Mittwochshandel Rückhalt gab, verbilligt eine schwache Währung doch die Exporte. Davon profitiert gerade die traditionell exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Kommentare zu " Börse Frankfurt : Angriff vertagt"

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  • Ach was, es gibt eine Trump-Rally? Laut unseren "Fachleuten" oder gar "Politikern" sollte doch jetzt die Welt untergehen. Wie schon nach dem Brexit. Ach, übrigens, die Griechenland-Krise, die ist wieder da. Nein, die war nie weg. Dank unserer "Fachleuite" und "Politiker".

  • Beim Dax Hoch ist nur die Frage, wieviel Hoch von der einheimischen Wirtschaft kommt und wieviel Hoch auf die Spekulation des Dow Jones geschuldet ist.

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