Börse Frankfurt
Angst vor der eigenen Courage

Zweimal überspringt der Dax am Montag die 10.000 Punkte, schließt am Ende aber leicht unter der psychologisch wichtigen Marke. Mario Draghis neue Geldspritzen machten Anlegern Mut, fallende Ölpreise verunsicherten.
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FrankfurtHatten Anleger Angst vor der eigenen Courage? Nachdem das deutsche Börsenbarometer schon kurz nach dem Handelsstart erstmals seit Januar wieder über 10.000 Punkte geklettert war, sackte der Dax auch schon wieder unter die psychologisch wichtige Marke. Börsianer gingen auf Nummer Sicher und nahmen Gewinne vorsorglich mit.

Immerhin pendelte sich der Leitindex über den Tag hinweg knapp unterhalb der 10.000er-Marke ein und schloss mit einem leichten Plus von 1,6 Prozent bei 9.990,26 Punkten. Das ist der höchste Schlusskurs seit dem 6. Januar. Vom verpatzten Jahresstart hat sich das Börsenbarometer damit seit gut einem Monat um fast 1300 Punkte oder 15 Prozent erholt.

Auch die anderen europäischen Börsen zeigten sich in guter Verfassung: Der Euro Stoxx 50 schloss 0,6 Prozent fester bei 3091,98 Punkten, nachdem er im frühen Handel bis zu 1,4 Prozent zugelegt hatte. Der marktbreitere Stoxx 600 notierte 0,7 Prozent höher bei 344,66 Zählern. „Wir sind fast wieder da, wo wir das Jahr begonnen haben, und wir gehen noch immer davon aus, dass sich die Aktienkursrally weiter fortsetzen wird“, sagte Wiliam Hobbs, Leiter Investmentstrategie bei der Vermögensverwaltungssparte von Barclays in London.

Anleger reagierten vor allem auf die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vergangenen Donnerstag. Im Kampf gegen die chronische Wachstumsschwäche und die Mini-Inflation im Euro-Raum hat die EZB ihren Geldhahn noch einmal aufgedreht und unter anderem eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms angekündigt. Das versetzte Anleger in Kauflaune, urteilten Beobachter. „Nach der anfangs zurückhaltenden Reaktion auf die EZB-Schritte haben die Märkte letztlich entschieden, dass sie die Schritte mögen, weil es signalisiert hat, dass den Zentralbanken die Munition nicht ausgeht“, sagte Barclays-Stratege Hobbs.

Für Unsicherheit sorgte allerdings der erneut nachgebende Ölpreis. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu fast vier Prozent auf 38,82 Dollar je Barrel (159 Liter). Irans Forderung nach einer Sonderbehandlung bei der geplanten Öl-Förderbremse entzweit derzeit die großen Produzenten.

Mit Spannung warten Anleger nun auf die Entscheidungen der Notenbanken Japans, der USA und Großbritanniens in den kommenden Tagen. Zwar werden keine Zinsänderungen erwartet, aber die Währungshüter könnten sich zur Lage der Wirtschaft in ihren Ländern äußern. Vor allem die weltgrößte Volkswirtschaft steht im Fokus. Viele fragen sich, ob die US-Konjunktur schon bald eine weitere Zinserhöhung verkraften könne, sagte ein Händler. Denn eine diese könnte den Dollar zu stark werden lassen und damit die Exportchancen der US-Wirtschaft schmälern.

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  • DAX trotzt dem Rechtruck:
    Der Spruch koennte aus Merkels Propagandaministerium stamen!

    Stimmt sooo nicht, aber: die AFD war schon angetreten, um der Verschwendung von Steuergeldern bei der Europa-Krise eine ALTERNATIVE zu bieten!

    denn wer weiterhin CDU-SPD-GRUENE-FPD -(CSU) waehlt, der ist Mittaeter bei der VERARMUNG von weiten Bevoelkerungsschichten in Deutschland, wie:

    RENTNER
    Zukuenftige Rentner
    Bauern & Landwirtsfamilien
    Selbstaendige
    Facharbeiter
    ja sogar Mittelklaessler!

    Nur Parteien wir die AFD & ALPHA koennen dort Einhalt gebieten.
    Das ist traurig aber wahr!
    Merkel versucht ueber die EUSchiene den schleichenden Kommunismus einzufuehren!
    --> das ist ihr Ziel und die SPD ist ihr groesster Steigbuegelhalter!

    Nur in RLP ist das noch nicht angekommen, aber da hat die SPD in den letzten 25 Jahren schon ein Quasi SED-System etabliert, dem die ehemalige Weinkoenigin mit ihren opportunistischen Spruechen und feinem Grinsen nicht gewachsen ist!
    Dort wird nicht gekleckert bei den Staatsausgaben,, ganz im Gegensatz zum Hashalts-Sparen, wie z.B. die ins Stocken geratene mini-Gebietsreform auf Verbandsgemeinde-Ebene zeigt!


  • Klar ist dem Dax das egal. Der Dax sieht in der AfD nämlich keine "Nazi" Partei sondern eine Demokratische Partei.
    Der Dax lebt von der Draghi-EURO Drucker Droge und die ist ja erst letzte Woche wieder auf Volldampf hochgefahren worden. Das unbegrenzte Zocken mit Euro-Drucker-Draghi kann somit in vollen Umfang weiter gehen.

  • Nach der FED am Mittwoch-Abend (unwichtig, da bin ich schon im Feierabend und das Handelsbuch ist logischerweise ohne Position geschlossen), ist vor dem Großen Verfall am Freitag. Und das ist der entscheidende Tag diese Woche für den institutionellen Profi.

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