Börse Frankfurt
Anleger gehen in Feierlaune ins Wochenende

An den Börsen herrschte zum Wochenschluss beste Stimmung. Gleich an zwei Krisenherden in Europa gab es Fortschritte. Die Anleger schienen nur auf ein solches Signal gewartet zu haben und schickten den Dax auf Rekordkurs.
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FrankfurtFreitag der Dreizehnte hat sich für die Börsianer als ein Glückstag entpuppt. Denn um 9:39 Uhr passierte das, worauf sie seit Monaten warteten: Der deutsche Leitindex kletterte auf 11.013 Zähler - und damit auf einen neuen Rekordstand. Doch die 11.000-Marke halten konnte er nicht. Der Index ging 0,4 Prozent fester bei 10.963 Zählern aus dem Handel.

Nach der turbulenten Börsenwoche atmeten die Anleger erleichtert auf. Plötzlich fügten sich die Puzzleteile wieder positiv zusammen mit einer vereinbarten Waffenruhe in der Ukraine und Signalen über eine Kompromissbereitschaft Griechenlands, sagte ein Händler. Das gebe den Börsen den entscheidenden Schub. „Die Notenbanken fluten die Kapitalmärkte weltweit mit billigem Geld. Zur Aktienanlage gibt es derzeit keine Alternative, so dass die Börsen von einem Rekord zum nächsten laufen“, kommentierte auch Portfoliomanager Ludwig Donnert von Orca Capital mit Blick auf die Großwetterlage.

Der Dax ist nicht der einzige Index, der einen Höchststand markiert hat. Der MDax legte 0,7 Prozent auf 19.288 Punkte zu. Der Index der mittelgroßen Werte erreichte ebenfalls einen Rekord. Der TecDax gab dagegen 0,6 Prozent auf 1517 Punkte ab. Der Eurozone-Leitindex Eurostoxx50 kletterte mit plus 0,9 Prozent auf 3447 Punkte.

Gute Nachrichten gab es auch von Seiten der Konjunktur: Angetrieben vom Wachstumsmotor Deutschland hat die Wirtschaft in der Euro-Zone Ende 2014 etwas stärker zugelegt als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Oktober bis Dezember um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat heute in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet.

Im Gesamtjahr wuchs die Wirtschaftsleistung im Währungsraum zwischen Lissabon und Helsinki um 0,9 Prozent zu. Deutschland war als größte Volkswirtschaft der Währungsunion der Taktgeber für das Wachstum im Schlussquartal und legte weit überdurchschnittlich um 0,7 Prozent zu. Griechenlands Wirtschaft schrumpfte dagegen um 0,2 Prozent. Begünstigt vom niedrigen Ölpreis und einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelösten Geldschwemme sind die Wachstumsaussichten für die Währungsunion in diesem Jahr gut: Nach Prognose der EU-Kommission wird die Konjunktur um 1,3 Prozent zulegen.

Dennoch: Anleger sollten sich nicht in allzu großer Sicherheit wiegen. Denn heute gehen die Verhandlungen zwischen Griechenland und der EU weiter. Und dieses Thema wird die Börsen beschäftigen. „Wie weit das Prinzip Hoffnung den Dax über die auch technisch wichtige Marke von 11.000 Punkten tragen kann, bleibt abzuwarten. Die Luft darüber wird bis zu einer tatsächlichen Lösung in der griechischen Schuldenfrage immer dünner werden”, schreibt Andreas Paciorek von CMC Markets.

Allerdings senden die EU-Politiker derzeit Signale aus, welche die Märkte eher beruhigen dürften. So rechnet der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici mit einer baldigen Einigung im Streit für EU-Hilfen für Griechenland. Ministerpräsident Alexis Tsipras, müsse zunächst die bereits vereinbarten Zusagen einhalten, sagte Moscovici dem französischen Radiosender „Europa 1”. „Gleichzeitig sind wir Europäer bereit auszuloten, welchen Spielraum es gibt.” Entscheidend werde das Treffen der Euro-Finanzminister am Montag sein. „Das Treffen wird schwierig, es wird ausschlaggebend sein”, so Moscovici . Aber: „Es ist machbar.”

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  • keine Freunde Freitag abends und keine Taste für Großbuchstaben?

  • wider besseres wissen etwas kaufen was keinen nachhaltigen wert hat (zumindest nicht den der heute bezahlt wird)dies mit geborgtem geld, ich höre sie schon die gerettet werden wollen, weil sie angeblich systemrelevant sind

  • Danke, das Motiv ist jetzt größer und außerdem kann ich das Schampus-Glas als Lupe benutzen.

    Crisu Börsenmakler mit Energieschwert

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