Börse Frankfurt: Anleger machen zum Wochenbeginn Kasse

Börse Frankfurt
Anleger machen zum Wochenbeginn Kasse

Börsianer warten gespannt auf den Donnerstag. Dann könnte die Europäische Zentralbank weitere Schritte im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche beschließen. In der Zwischenzeit sichern Anleger ihre Gewinne.

FrankfurtDer Dax hat am Montag seiner zuletzt starken Entwicklung Tribut gezollt. Auch von der schwächer erwarteten Wall Street kam kein Rückenwind - entsprechend ging der deutsche Leitindex am Montag mit Abschlägen aus dem Handel, er schloss 0,5 Prozent tiefer bei 9.779 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,8 Prozent auf 19.682 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,8 Prozent auf 1.639 Punkte.

Börsianer sprachen von einer Verschnaufpause, nachdem sich der Dax am Freitag den dritten Wochengewinn in Folge gesichert hatte. In der Spitze hatte der Index dabei um mehr als zehn Prozent zugelegt. Der Bereich um 9.900 Punkte sei allerdings „wie eine Mauer“, an der es immer wieder Gewinnmitnahmen gegeben habe, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.

Die Marktteilnehmer warten bereits gespannt auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Hinzu kam ein negativer Analystenkommentar: Die US-Bank JPMorgan empfahl aufgrund der zuletzt überdurchschnittlich guten Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten Anlegern eine Reduzierung ihres Aktienanteils.


Unter den Einzelwerten sorgte vor allem BASF für Gesprächsstoff. Eine mögliche Offerte für den US-Konkurrenten Dupont sorgte für marktkonforme Kursverluste von rund einem Prozent. Am Wochenende war bekannt geworden, dass BASF einer Fusion der beiden US-Rivalen Dupont und Dow Chemical möglicherweise nicht untätig zusehen und ein Übernahmeangebot für Dupont machen will. Eine BASF-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Der Markt wäre von einer Übernahmeschlacht sicherlich nicht begeistert, sagte ein Händler. Equinet-Analyst Michael Schaefer geht davon aus, dass ein Bieterwettkampf um Dupont die BASF-Bilanz stark belasten dürfte. BASF müsste eine deftige Prämie an die Dupont-Aktionäre zahlen, schreibt der Experte in einem Kommentar. Gleichzeitig wären die Synergieeffekte bei einer Fusion von Dupont und BASF im Vergleich zu einer Allianz von Dupont mit Dow Chemical deutlich kleiner.

Auch die Vorzugsaktien des Autobauers Volkswagen rutschten am Dax-Ende um 5,5 Prozent ab. Die Hoffnungen auf eine schnellere Bewältigung der Krise in den USA hätten einen Dämpfer erhalten, hieß es. Belastend wirkt auch, dass die VW-Führung bereits Monate vor dem Bekanntwerden der Abgas-Affäre in den USA von den Software-Manipulationen gewusst haben soll.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 142,03 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 165,31 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0953 (Freitag: 1,0970) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9130 (0,9116) Euro. 

Auch andere europäische Börsen rutschten am Montag ins Minus. Schwächste Einzelbranche waren erneut italienische Bankenaktien, die am Indexende des Mib in Mailand mehrprozentig nachgaben. Mit den italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena, Banca Popolare di Milano und Banca Popolare SC gaben drei italienische Finanzwerte jeweils mehr als sechs Prozent nach. Aber auch Julius Bär Gruppe verloren 1,2 Prozent, Credit Suisse gaben 0,8 Prozent nach und UBS lagen 0,4 Prozent im Minus.

Exportorientierte Autowerte und verwandte Aktien sowie Rohstofftitel standen ebenfalls auf den Verkaufslisten. Die Abgaben erfassten aber in der Regel den breiten Markt. Der Euro Stoxx 50 notierte mit 3.000 Punkten 1,2 Prozent leichter.

Auch die Wall Street eröffnete nach zuletzt vier Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen etwas schwächer. „Investoren legen erst einmal eine Pause ein“, sagte Analyst Andre Bakhos von Janlyn Capital. „Sie suchen danach, was die nächste Triebfeder sein könnte.“ Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Minuten 0,3 Prozent auf 16.961 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,5 Prozent nach auf 1.991 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,6 Prozent auf 4.690 Punkte.

dpa 
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