Börse Frankfurt
Anleger sichern ihre Gewinne

Mit Verlust geht der deutsche Aktienmarkt ins Wochenende. Im Dax sind vor allem Banktitel unter Druck geraten. Die Wall Street zeigt sich ebenfalls nicht von ihrer stärksten Seite und drückt damit die Stimmung weltweit. Anleger ziehen es unter diesen Umständen vor, das Erreichte in Sicherheit zu bringen. Immerhin reißt der eine oder andere Wert auch nach oben aus.
  • 0

HB FRANKFURT. Vor allem Finanz- und Technologiewerte verzeichneten Kursverluste, mit denen sie die Aktienmärkte am Freitag belastet haben. Allgemein litten die Standardwerte auch unter der Schwäche der Wall Street. Börsianer berichteten von einem lustlosen Handel. "Die jüngsten Makrodaten waren nicht das Gelbe vom Ei, und es gibt wachsende Uneinigkeit über die Richtung der Märkte", sagte ein Händler. Diese ehe gedämpfte Stimmung konnte die gute Laune von Investoren in SMA Solar-Aktien indes kaum trüben. Das Photovoltaikunternehmen zeichnete sich durch deutliche Kursgewinne aus.

Der Dax sank zum Schluss um 0,7 Prozent auf 5 663 Punkte. Auf Wochensicht ist das ein Minus von 0,4 Prozent. Für den MDax ging es am Freitag um 0,8 Prozent auf 7 150 Zähler nach unten. Der TecDax legte zum Wochenschluss um 0,15 Prozent auf 762 Punkte zu.

Analyst Bernd Schimmer von der Hamburger Sparkasse begründete die Abschläge im Leitindex Dax mit anhaltenden Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen. Auch die verhaltene Stimmung an der Börse in New York habe belastet. Dort herrsche weiterhin Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, sagten Marktbeobachter.

Andere Händler nannten Aussagen vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Belastungsfaktor. "Ich hoffe, dass niemand glaubt, wir hätten die Krise schon überstanden", sagte der Minister auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt. Zudem stellte er klar, dass die Eigenkapitalanforderungen an die Banken steigen werden.

Bankaktien gehörten entsprechend zu den größten Verlierern. Am Dax-Ende büßten Commerzbank-Titel 3,7 Prozent auf 6,55 Euro ein. Das Institut kam auch durch einen Kommentar des RBS-Analysten Tim Ash unter Druck. Ash äußerte in einem Kommentar Zweifel daran, dass die Ukraine ihre Verbindlichkeiten bedienen kann. Die Commerzbank ist stark im Osteuropa-Geschäft engagiert. Die Spekulationen über Risiken bei ukrainischen Staatschulden haben den gesamten Stoxx-Branchenindex der Bankaktien belastet; der Index gab 1,5 Prozent nach. Börsianer erklärten die Verluste der Finanzwerte zudem mit skeptischen Aussagen der Analysten der Credit Suisse zu kontinentaleuropäischen Geldinstituten.

Deutsche-Bank-Titel verbilligten sich um 2,7 Prozent auf 49,06 Euro. "Josef Ackermann hat sich vorsichtig geäußert, dass kommt am Markt natürlich nicht gut an", sagte ein Börsianer. Der Chef der größten deutschen Bank hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent könne durch schärfere Kapitalanforderungen gefährdet werden.

Händler verwiesen zudem auf die drohende Herabstufung der Bonität der Bank durch die Ratingagentur Moody's, die der Bank eine Schwäche im Kreditprofil attestiert hatte. "Dies könnte Spekulationen auf eine Kapitalerhöhung neue Nahrung geben", sagte ein Händler. Moody's erwägt offenbar eine Senkung des derzeitigen Langfristratings "Aa1". Dass die Deutsche Bank für Teile von ABN Amro, die sie kaufen will, einen größeren Teil der Risiken übernimmt als ursprünglich geplant, stieß bei den Analysten von Merck Finck auf ein verhaltenes Echo. Im MDax fielen Aareal-Bank-Titel mit minus 3,4 Prozent auf 13,67 Euro auf den vorletzten Platz zurück.

Seite 1:

Anleger sichern ihre Gewinne

Seite 2:

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Anleger sichern ihre Gewinne"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%