Börse Frankfurt: Anleger vor EZB-Leitzinsentscheidung mutlos

Börse Frankfurt
Anleger vor EZB-Leitzinsentscheidung mutlos

Vor der EZB-Leitzinsentscheidung wollte sich kaum ein Anleger an die Börsen locken lassen. Das Risiko, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, war vielen zu groß. Der Dax schließt nur leicht im Plus.
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Handel mit angezogener Handbremse: Im Hinblick auf die morgige EZB-Leitzinsentscheidung wollten die Aktionäre kein allzu großes Risiko eingehen. Darüber hinaus fehlten die harten Kaufargumente. Denn die heute veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten waren zwar nicht enttäuschend, doch wirklich überzeugen konnten sie nicht.

So notierte sich der Dax nahezu den gesamten Handelstag über recht unauffällig im leichten Plusbereich. Am Ende schloss das Aktienbarometer bei insgesamt niedrigen Umsätzen 0,2 Prozent im Plus auf 9623 Punkten. Damit bleibt der Dax allerdings weiterhin in Schlagdistanz zu seinem Höchststand von Ende Januar bei 9794 Punkten.

In der zweiten Reihe konnte sich der TecDax, angeführt von stark notierenden Nordex-Aktien, 0,5 Prozent ins Plus absetzten auf 1272 Punkte. Der MDax hinkte mit nahezu unverändertem Kurs bei 16.614 Zählern den anderen Indizes hinterher.

Vor allem die zuletzt stärker als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten hätten Anlegern Hoffnung gemacht, dass die Weltkonjunktur trotz der Krim-Krise und wirtschaftlichen Problemen in einigen Schwellenländern auf Erholungskurs sei, fasste Markus Huber, Analyst beim Brokerhaus Peregrine & Black, den heutigen Handelstag zusammen.

Auch in den USA war die Beteiligung am Handel recht mau. Schwach gestartet notierten die US-Börsen nach Frankfurter Börsenschluss nur verhalten im positiven Bereich. Der Dow verzeichnete einen Aufschlag von 0,1 Prozent, der breiter gefasste S&P-500 kam auf ein Plus von 0,2 Prozent.

Heute bereits richtete sich der Fokus der Anleger auf die Europäische Zentralbank, obwohl diese erst morgen richtig in Aktion treten wird. Dann wird die EZB zu ihrer monatlichen Zinssitzung zusammenkommen. Angesichts des zuletzt weiter abgeschwächten Preisauftriebs in der Eurozone, der unter dem Zielwert der EZB liegt, erwarteten einige Anleger offenbar intensive Diskussionen der Notenbanker über eventuelle Maßnahmen. Eigentlich stelle sich aktuell nur eine Frage, kommentierte Händlerin Anita Paluch von der Varengold Bank. Nämlich ob die EZB noch einen oder gar zwei Monate warten werde.

Unternehmensdaten waren am Mittwoch eher rar. Die Deutsche Post setzt sich nach dem Gewinnwachstum der vergangenen Jahre neue Ziele für den Rest des Jahrzehnts. Getrieben von den Schwellenländern und dem wachsenden Internethandel soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bis 2020 im jährlichen Schnitt um mehr als acht Prozent wachsen, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im Vergleich zu 2013 entspricht dies einer Steigerung von fast 2,9 Milliarden auf mindestens rund fünf Milliarden Euro. Bei den Anlegern kamen diese ambitionierten Ziele sehr gut an. Am Ende gingen die Post-Aktien mit einem Plus von 4,6 Prozent aus dem Handel – Platz eins im Dax.

Zu den Gewinner-Werten zählten heute auch die Aktien der Lufthansa. Der Piloten-Streik scheint die Aktionäre der Luftfahrtgesellschaft nicht zu stören. Die Papiere legten 1,4 Prozent zu.

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