Börse Frankfurt
Anleger vorsichtig – Dax schließt im Minus

Vor der Entscheidung der US-Notenbank über eine weitere Lockerung der Geldpolitik haben die Anleger kalte Füße bekommen. Nachdem der Dax zuvor noch auf ein neues Jahreshoch gestiegen war, fiel er am Nachmittag deutlich zurück.
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HB FRANKFURT. Der Dax schloss 0,6 Prozent tiefer bei 6 617 Zählern. "Alle Augen richten sich auf die Fed, da bringen auch gute Unternehmenszahlen nicht viel", sagte ein Händler. Die US-Indizes notierten ebenfalls im Minus. Notenbankchef Ben Bernanke wird die Entscheidung am Abend gegen 19.15 Uhr (MEZ) bekanntgeben.

Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 82 (Vortag: 75) Millionen Aktien, der Umsatz kletterte auf 2,7 (2,3) Milliarden Euro.

Bis Handelsschluss in Europa verloren der Dow-Jones-Index und der S&P 500 jeweils rund 0,2 Prozent, der Nasdaq-Composite fiel um 0,4 Prozent.

Auch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten lieferten keine Impulse. Schnell abgehakt haben Investoren auch die Schlappe der Demokraten von US-Präsident Barack Obama bei den Kongresswahlen. "Das Ergebnis war keine Überraschung", sagte ein Börsianer. Die Demokraten verloren Dutzende Abgeordnetenmandate an die Republikaner, die künftig das Repräsentantenhaus kontrollieren und so politische Vorhaben des Präsidenten ausbremsen können.

"Damit bleibt vorerst die Notenbank die einzige Instanz, die kurzfristig neue Wachstumsimpulse setzen könnte", heißt es in einem Kommentar der Commerzbank. Es gilt als ausgemacht, dass die Fed am Abend weitere Anleihekäufe beschließt, um die Wirtschaft zu stützen. Offen ist aber, wie viel sie kauft. "Um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können, besteht die Möglichkeit, dass das Volumen nicht fixiert und auch kein zeitlicher Rahmen angegeben wird", sagte Helaba-Analystin Viola Stork. In diesem Fall würden Kritiker des Programms beruhigt und Marktteilnehmer mit Erwartungen eines hohen Ankaufsvolumen nicht grundsätzlich enttäuscht.

Die anhaltende Konjunkturerholung rief den Anlegern Aktien aus der Bauwirtschaft ins Gedächtnis. Die Titel in diesem Sektor haben nach Meinung einiger Börsianer Nachholbedarf. Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg-Cement führten den Dax mit einem Plus von 2,9 Prozent an. Die Papiere haben seit Jahresbeginn gut 24 Prozent verloren. Zuletzt hatten die Aktien wegen Gerüchten über eine Prognosesenkung unter Druck gestanden. Heidel-Cement will am Donnerstag Zahlen vorlegen. Die Aktien der Schweizer Holcim legten 1,4 Prozent zu, die des irischen Baustoffkonzern CRH 8,9 Prozent.

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  • @ Gerhard Koppermann:
    ich finde das gar nicht so merkwürdig. Es gibt hohe Renditen (in Euro!) und im Falle eines Falles, Deutschland bürgt für alles.

  • ist das nicht merkwürdig,daß China gerade in den angeschlagenen Euroländern,wie Spanien,Griechenland und Portugal,investiert?
    Mit welchen Hintergedanken tut man das?
    Wirtschaftsspionage?

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