Börse Frankfurt
Anstehende Ukraine-Wahl bremst den Dax

Gute China-Daten und positive US-Börsen haben nicht gereicht, einen trägen Dax entscheidend von der Stelle zu bewegen. Größter Hemmschuh: Die bevorstehenden Wahlen in der Ukraine. Die Anleger meiden das Risiko.
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FrankfurtAn der Börse in Frankfurt wollte der Funke heute nicht wirklich überspringen. Viele Anleger blieben dem Handel gleich komplett fern. Die Umsätze erreichten heute noch nicht einmal die Hälfte des ansonsten üblichen Niveaus. Dementsprechend verhaltensunauffällig präsentierte sich der Dax. Bis Handelsschluss bewegte sich der Dax in engen Spannen um seine Vortagsschlusskurs. Am Ende kam er auf ein Plus von 0,2 Prozent auf 9721 Punkten.

Die zweite Reihe zeigte sich lebhafter. Der MDax schloss rund ein Prozent fester auf 16.491 Punkte. Der TecDax beendete den Handelstag 0,5 Prozent fester auf 1251 Zähler.

Die anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Ukraine erwiesen sich am Donnerstag als Bremsklotz für die Börsen. Händler rechnen wegen der bevorstehenden Präsidentenwahl in der Ukraine mit begrenzten Gewinnen im Dax. Prorussische Separatisten wollen die Wahl am Sonntag in den östlichen Teilen des Landes verhindern und streben eine Abspaltung von der Ukraine an. Die Regierung in Kiew wiederum setzt das Militär ein, um die Kontrolle über das Gebiet wiederzuerlangen.

„Händler zögern wegen der nahenden Präsidentenwahlen in der Ukraine und des verlängerten Wochenendes in den USA und Großbritannien mit Käufen“, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. In London und New York bleiben die Börsen am Montag wegen Feiertagen geschlossen.

Auch die Europa-Wahl sorge bei Anlegern für Unruhe, betonten Börsianer. Allgemein wird mit hohen Stimmengewinnen für rechtspopulistische und europakritische Parteien gerechnet. Dies könnte den Sanierungsprozess in den Krisenstaaten verlangsamen und einige Regierung vielleicht sogar ins Wanken bringen.

Die zufriedenstellenden Konjunkturdaten aus China haben heute indes nur kurz für Unterstützung gesorgt. Dort ist die Industrie zwar ein weiteres Mal geschrumpft, das Ergebnis des HSBC-Einkaufsmanagerindex ist aber das beste seit fünf Monaten. Einige Anleger werteten das als Zeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung. Das am Donnerstag veröffentlichte Barometer tendiert mit 49,7 Punkten nur noch knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Der deutliche Anstieg im Mai überraschte selbst Experten, die lediglich mit einer Stabilisierung gerechnet hatten.

Doch nicht alle Analysten blicken so optimistisch in die Zukunft. Laut des chinesischen Entwicklungs- und Forschungszentrum dürfte sich das Wirtschaftswachstum erheblich verlangsamen. 2015 soll das Bruttoinlandsprodukt nur noch um etwas sechs Prozent, danach sogar nur noch um fünf Prozent zulegen können, so der stellvertretende Konjunkturchef Ren Zeping nach Angaben der „Shanghai Securities News“. Weder Ren noch das Forschungszentrum waren für eine offizielle Stellungnahme erreichbar. „Was er sagt, hat mit uns nichts zu tun“, sagte ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Das Zentrum ist eines von mehreren Instituten, die die Regierung beraten.

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Positiver Branchenkommentar hilft Stahlwerten

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  • Gerne. Danke. Schönen Abend!

  • Ok, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das klingt für mich sehr gut durchdacht und diszipliniert.

    Weiterhin viel Ergolg damit. Ich bin mir sicher, dass die nächsten 4-6 Wochen sehr richtungsweisend werden.

  • Ich wünsche jetzt allen einen schönen sonnigen Abend,sogar ich lasse heute mal den Schattenmarkt aus und verzichte auf Schnäppchen,denn auch morgen geht das Spiel weiter denn wir handeln im Kreis.

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