Börse Frankfurt
Athen, Euro und Inflation drücken Dax ins Minus

Heute war kein einfacher Tag für die Anleger. Die Hellas-Krise dauert an, die Inflation zog überraschend an und der Euro schoss deutlich nach oben. Gewinnmitnahmen waren angesagt. Der Dax nimmt seine Talfahrt wieder auf.
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FrankfurtStehen die griechischen Schuldenverhandlungen kurz vor dem Durchbruch? Diese Frage beschäftigt die Börsen seit Wochen. Eine klare Antwort gibt es bisher nicht, dafür aber eine Reihe von Indizien, die auf eine baldige Einigung hindeuten. Ein Entwurf für eine neue Hilfs- und Reformvereinbarung mit der Regierung in Athen sei fast fertig, hieß es am Dienstag am Rande der Verhandlungen. Die griechische Regierung soll hierfür an ihre Gläubiger einen umfassenden Reformplan vorgelegt haben „In der vergangenen Nacht wurde ein kompletter Plan übermittelt“, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Dienstag in Athen. Es seien „realistische“ Vorschläge, um das Land aus der Krise zu führen.

Doch was wirklich dran ist an der angeblich bevorstehenden Einigung, weiß an den Märkten derzeit keiner mit letzter Sicherheit. Für die Börsianer gestaltet sich der Handel daher schwierig. Zwischen Hoffen und Bangen zuckte der Dax nervös zwischen größeren und kleineren Verlusten hin und her. Am Ende notierte er 0,9 Prozent leichter auf 11.329 Punkten. „Das Thema Griechenland entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Langsam wünscht man sich schon ein Ende mit Schrecken“, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Noch stärker waren die Ausschläge an den Anleihe- und Devisenmärkten. Der Euro schoss zeitweise zwei Prozent ins Plus und belastete den Dax somit zusätzlich. Am Abend wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 1,1132 Dollar bewertet. Experten zufolge profitierte der Euro neben den Hoffnung auf eine baldige Einigung im griechischen Schuldenstreit auch von der anziehenden Inflation in der Euro-Zone. Sie dämpfen die immer wieder aufflammenden Spekulationen auf eine Ausweitung des Anleihe-Ankaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleichzeitig setzten immer mehr Investoren auf eine Verschiebung der geplanten US-Zinserhöhung.

Bei den Anleihen waren ausgerechnet griechische Staatsanleihen die großen Gewinner. Die Renditen auf zehnjährige Staatsbonds aus dem Krisenland sanken um 45 Ticks auf 11,175 Prozent während die Staatsanleihen der übrigen Euro-Staaten anzogen. Viele Anleger warfen vor allem die als sicher geltenden Bundesanleihen aus ihren Depots. Die Rendite stieg dort auf 0,704 Prozent an. Der Bund-Future auf diese Papiere rutsche bei 152,96 Punkten rund 1,5 Prozent ins Minus. Die Verzinsung zehnjähriger italienischer Papiere stieg mit 2,114 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Vergleichbare französische Papiere rentierten bei 0,92 Prozent sechs Basispunkte höher.

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