Börse Frankfurt
Auf, Ab, Stillstand - Am Ende geht der Dax leer aus

Der Dax beendet den turbulenten Donnerstag unverändert. Fehlende Impulse aus dem Inland machten den Dax zum Spielball internationaler Nachrichten. Erst schwächten ihn die Notenbanken, dann stärkten ihn die US-Börsen.
  • 78

FrankfurtAn einem wechselhaften Tag an den Märkten konnte der Dax kaum nennenswert hinzugewinnen: Am Ende des heutigen Handelstages notierte der Dax kaum verändert 0,05 Prozent fester auf 5.408 Punkte. Die zweite Reihe beendete im etwas deutlicher im Plus: Der MDax der mittelgroßen Werte konnte 0,8 Prozent zulegen auf 8.788 Punkte und der Technologieindex TecDax gewann 0,8 Prozent auf 721 Zähler.

Angefangen hat der Handelstag jedoch ganz anders. In den ersten Handelsminuten verlor der deutsche Leitindex rund ein Prozent und konnte damit nicht nahtlos an der deutlichen Vortagsgewinnen anknüpfen. Anleger neigten vor den US-Arbeitsmarktdaten zu Gewinnmitnahmen.

Zur Mittagszeit konnte der Dax sich dann wieder erholen und stieg in der Spitze auf 5.473 Punkte. Börsianer verwiesen auf eine Erwartungshaltung der Anleger auf die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank. Erhofft wurden Signale, die auf eine Zinssenkung hindeuteten.

Am frühen Nachmittag jedoch würde diese Hoffnung enttäuscht. Erst die Bank of England und kurz danach die Europäische Zentralbank gaben bekannt, dass sie ihre Leitzinnsätze unverändert lassen und die Bank of England verzichtete des Weiteren auf weitere Konjunkturspritzen. Der Dax, der sich bis dahin in einer stabilen Seitwärtsbewegung auf einem Niveau von knapp ein Prozent im Plus befand, verlor an Fahrt und fiel wieder leicht ins Minus. Doch es kam noch schlimmer.

In der wie üblich nach der Leitzinsentscheidung stattfindenden Pressekonferenz ließ EZB-Präsident Jean Claude Trichet verlauten, dass er eine Reihe von Faktoren sähe, die das Wachstum dämpfen können. Außerdem machte er auf die hohe Unsicherheit aufmerksam, mit denen die Märkte zu kämpfen haben und warnte vor höheren Abwärtsrisiken. Diese Aussagen legten sich bleiern auf den Dax, der bei einem Kurs von 5.313 Punkten sein Tagestief markierte.

Neben den Aussagen Trichets lasteten dann auch schwache Konjunkturdaten aus den USA auf dem Dax. In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Die Zahl der Anträge sei im Vergleich zur Vorwoche um 2.000 auf 414.000 gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 405.000 Anträge gerechnet.

Nach Eröffnung der US-Börsen schaffte es der deutsche Leitindex dann wieder ins Plus. Kurz vor Handelsschluss verließ die Anleger wieder der Mut und der Dax begann zu fallen. Am Ende lag der Dax fast unverändert bei 5.408 Punkten.

Die hektischen Kursbewegungen an diesem Handelstag zeigten, dass die Anleger weiterhin sehr nervös sind. Jede negativ klingende Aussage zieht eine Verkaufswelle mit sich, was beweist, dass auf den Märkten rationales Handel fehlt.

An den US-Börsen machte sich Zuversicht im Hinblick auf Obamas Rede breit. Nach Frankfurter Börsenschluss verzeichnete der Dow-Jones-Index der Standardwerte ein Plus 0,2 Prozent auf 11.433 Punkte, der S&P-500 stieg um 0,1 Prozent auf 1.199 Zähler und der Nasdaq-100 notierte 0,5 Prozent stärker auf 2.234 Punkte.

Griechenlands Tage in der EU scheinen gezählt

Größte Nutznießer des Gerichtsurteils und neuerlicher Reformversprechen der griechischen Regierung waren die Banken. Vor allem die Kurse der griechischen Branchenvertreter wie National Bank of Greece oder Piräus Bank sprangen um mehrere Prozent nach oben. Auch die Notierungen anderer Institute wie Lloyds Banking Group oder Dexia gewannen. In Deutschland erholte sich die Deutsche Bank nach ihrem Vortagessturz.

Immer mehr Fachleute diskutieren ganz offen den Ernst der Lage. „Europa befindet sich in einer Krise“, meint etwa Mark Burgess, Chefstratege der Anlagefirma Threadneedle. „Bei uns wächst die Überzeugung, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen wird“, glaubt er. Burgess kommentiert: „Das wäre ein extrem schmerzhaftes Ereignis, vergleichbar mit einem Herzinfarkt des europäischen Finanzsystems.“ Bei einem geordneten Ausstieg könnten die Börsianer aufatmen, so die Hoffnung.

Seite 1:

Auf, Ab, Stillstand - Am Ende geht der Dax leer aus

Seite 2:

Goldpreis steigt wieder

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Auf, Ab, Stillstand - Am Ende geht der Dax leer aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • So, ich bleibe dabei, Test der 5150. Heli-Ben und Nobama haben nichts bewirken können, die GOP wird nichts durchwinken, was ihrem Konzept des small-states widerspricht. money makes the world go round... daher Test der 5150, und dann bis Richtung 4500. shorties dream come true... und dann einsammeln von Qualitätstiteln on th longrun!

  • einfach nur eine SCHAAAF-Antwort

  • Ab Mitte/Ende nächster Woche wird sich der Dow wohl auf die Fed Sitzung am 21.09. einschießen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%