Börse Frankfurt: Aufhellende Zukunftsprognosen lassen Dax steigen

Börse Frankfurt
Aufhellende Zukunftsprognosen lassen Dax steigen

Die Schuldenkrise schreitet voran. Trotz erfolgreicher Anleiheemissionen machen die Ratingagenturen weiter gegen die Eurozone mobil. Da konzentrierten sich die Börsianer heute doch lieber auf positiv Konjunkturdaten.
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An den Aktienmärkten setzen immer mehr Anleger auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft. Konjunkturdaten aus China, Deutschland und den USA lieferten ihnen am Dienstag zahlreiche Argumente für diese Sichtweise und ließen die Sorgen um die Euro-Schuldenkrise vorerst in den Hintergrund treten. Der Dax schloss 1,6 Prozent höher bei 6.316 Zählern und damit auf den höchsten Stand seit Ende Oktober. Auch der Euro zog bis auf 1,2797 Dollar an. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 1,6 Prozent auf 9.722 Punkte und der TecDax um 1,1 Prozent auf 733 Punkte.

Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen kletterte um 32,2 auf minus 21,6 Punkte - einen so starken Anstieg hat es seit Beginn der Umfrage 1991 noch nie gegeben. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von minus 50 Punkten gerechnet. „Wenn nächste Woche auch die Ifo-Geschäftserwartungen den dritten Monat in Folge steigen, dann dürfte die Talsohle bereits durchschritten sein“, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees von Unicredit. „Spätestens ab Sommer dürfte es dann wieder aufwärts gehen.“ Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank kommentierte: „Es ist schön zu sehen, dass die befragten Finanzmarktakteure des ZEWs wieder bereit sind, die Krisen-Scheuklappen abzunehmen und auf das wirtschaftliche Umfeld zu schauen, das nicht schlecht aussieht.“

In China markierte das Bruttoinlandsprodukt zwar mit einem Plus von 8,9 Prozent im vierten Quartal das niedrigste Wachstum seit zweieinhalb Jahren - Analysten hatten allerdings mit einem noch schwächeren Wert gerechnet. „Die chinesischen Daten sind eine gute Nachricht, da die Abkühlung nicht so stark ausgefallen ist wie von manchen befürchtet“, sagte Yiping Huang, Chef-Volkswirt für asiatische Schwellenländer bei Barclays Capital. Risiken wie die europäische Schuldenkrise oder der chinesische Immobilienmarkt dürften aber nicht außer Acht gelassen werden.
In den USA fiel der Industrie-Index der New Yorker Federal Reserve mit einem Plus von 13,5 Prozent im Januar besser aus als erwartet. Die weltgrößte Volkswirtschaft hatte zuletzt immer wieder Anzeichen für eine nachhaltige Erholung ausgesandt.

Der Langzeit-Baustelle Euro-Schuldenkrise schenkten die Investoren am Dienstag dagegen weniger Beachtung. Von der Herunterstufung des Euro-Rettungsschirms EFSF durch die Ratingagentur S&P zeigten sich die Investoren unbeeindruckt. „Das war erwartet worden und haut niemanden mehr vom Hocker,“ sagte ein Händler. Sowohl der EFSF als auch das mit Schuldenproblemen kämpfende Spanien konnten sich am Dienstag problemlos über Anleihe-Auktionen Geld besorgen.

Die guten Zahlen der großen Volkswirtschaften ließen im Dax vor allem diejenigen Werte steigen, die besonders sensibel auf die Konjunktur reagieren. HeidelbergCement, ThyssenKrupp und MAN
gewannen zwischen 5,6 und 3,5 Prozent.

Unter den einzelnen Branchen ragten - wie bereits am Vortag - Autowerte mit überdurchschnittlichen Gewinnen hervor. Gründe dafür sind Händlern zufolge positive Analystenkommentare. Dazu kamen Zulassungszahlen für den europäischen Automarkt, wo sich der Abwärtstrend im Dezember zwar verschärft hatte, aber die starke Nachfrage in Deutschland immerhin etwas stützte. Rückrufaktionen bei Volkswagen (VW) und BMW konnten deren Aktienkursen wenig anhaben.
Daimler-Papiere kletterten um 3,8 Prozent, die von BMW um 3,5 Prozent und Volkswagen-Vorzugsaktien um 2,4 Prozent.

Auch Metro -Papiere fanden nach anfänglichen Verlusten wieder auf die Gewinnerseite zurück. Sie notierten 3,8 Prozent fester. Der neue Chef Olaf Koch will den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof bis auf weiteres zu den Akten legen. „Im aktuellen Umfeld konnte offensichtlich kein guter Preis erzielt werden“, schreibt LBBW-Investmentanalystin Barbara Ambrus. „Wir sehen es aber positiv, dass Metro hier auf ein besseres Umfeld warten kann und nicht auf einen kurzfristigen Verkaufserlös, sondern auf ein gutes Ergebnis setzt“.

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  • @Harlekin

    bei meinen bevorzugten open End Turbos (DZ) wird einmal am Anfang jeden Monats die KO-Schwelle nachgezogen

  • @ deltaone,

    Ich hab den Algo auf 21,7 eingestellt. Mal schauen, ob er heute noch getriggert wird.
    Wie gesagt, dass ist eine strategische Position, da geht es nicht um Stunden oder Tage, sondern i.d.r. um 2 - 4 Wochen, also eher langfristig.

  • @R2D2: Hatte ich nicht. Wann machst Du die Posi zu?

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