Börse Frankfurt: Balsam für die Seele der Deutschen Bank

Börse Frankfurt
Dax nimmt deutliches Plus über die Ziellinie

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Balsam für die Seele der Deutschen Bank

Fast den gesamten Handelstag bewegten sich alle 30 Dax-Titel durchgehend im Plus. Überzeugen konnten allen voran die zuletzt stark gebeutelten Versorgeraktien. RWE gewann vier Prozent auf 15,10 Euro, Eon immerhin 3,5 Prozent auf 6,5 Euro. Insgesamt sechs Titel verzeichneten Gewinne von drei oder mehr Prozent. Positive Überraschung: die Deutsche Bank. Nachdem Deutschlands größtes Geldhaus in dieser Woche noch am historischen Tief gekratzt hatte, setzte sich die Deutsche Bank am Donnerstag zeitweise an die Dax-Spitze und ging letztlich mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent aus dem Handel.

Infineon-Papiere profitierten mit einem Kursplus von 3,13 Prozent von einer frischen Kaufempfehlung durch das Finanzhaus Mainfirst. Analyst Jürgen Wagner führte vor allem die starke Stellung des Halbleiterkonzerns bei Autos ins Feld: Der Trend gehe hin zu Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie immer leistungsfähigeren Fahrerassistenzsystemen.

Abseits der Zinsentscheidung der US-Notenbank beschäftigte die angehobene Jahresprognose von Südzucker die Investoren: Trotz der guten Nachricht machten die Anleger Kasse, nachdem die Aktie alleine in diesem Jahr um annähernd 30 Prozent gestiegen war. Südzucker-Aktien fielen als einer der schwächsten MDax-Werte um 0,59 Prozent.

Beim kriselnden Industriedienstleister Bilfinger kam derweil die Ernennung eines neuen Finanzchefs gut an: Ende September legt Axel Salzmann sein Amt nieder, für ihn übernimmt der zuletzt bei Osram tätige Klaus Patzak. Die Bilfinger-Aktie stieg um dreieinhalb Prozent.

Außerdem griffen Investoren vor allem bei konjunkturabhängigen Werten zu. Die Stahlkocher Thyssen-Krupp, Salzgitter und ArcelorMittal gewannen bis zu 5,5 Prozent. In London belegten Bergbaukonzerne wie Anglo American, Antofagasta, BHP Billiton, Fresnillo, Glencore und Rio Tinto mit Kursgewinnen von bis zu 5,4 Prozent die ersten Plätze im Auswahlindex FTSE. Sie profitierten Börsianern zufolge zusätzlich von den anziehenden Preisen für Eisenerz. Dank einer höheren Nachfrage des Top-Abnehmers China verteuerte sich der Rohstoff um 2,5 Prozent.

Ein Zinsschritt der Fed im laufenden Jahr bleibe aber nach den Äußerungen von Notenbank-Chefin Janet Yellen klar auf der Agenda, bemerkte NordLB-Experte Bernd Krampen. Yellen signalisierte, dass sie einen Schritt nach oben bis zum Jahresende wagen könnte: „Falls keine neuen großen Risiken hinzukommen und alles auf Kurs bleibt“, fügte sie hinzu.

Um ihr Renommee nicht aufs Spiel zu setzen, werde die Notenbank den Schlüsselsatz im Dezember mit großer Wahrscheinlichkeit anheben, betonte Portfolio-Manager Thanos Bardas vom US-Vermögensverwalter Neuberger Berman. Drei US-Währungshüter waren für eine sofortige Erhöhung gewesen, wurden jedoch von sieben Kollegen überstimmt. „Es ist aber erneut klar geworden, dass die Zinsen nur sehr graduell angehoben werden“, sagte Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis.

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dpa 
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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Der Bullenmarkt läuft mittlerweile seit Frühjahr 2009.
    Seit April 2015 geht es abwärts oder sehe ich das falsch ?

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